Schwarze Woche für Kreuzfahrttourismus auf Svalbard | Polarjournal

Die Sommertouristen beginnen auf Svalbard in grösserem Stil einzutreffen. Und schon sind drei Zwischenfälle zu vermelden: Ein leckgeschlagenes Ausflugsschiff, ein auf eine unbekannte Untiefe aufgelaufenes Expeditionsschiff und leider auch ein krankheitsbedingter Todesfall auf einem weiteren Expeditionsschiff sind die traurige Bilanz der ersten Juni-Woche auf Svalbard.

Ganz gemäss Murphy’s Gesetz «Alles, das schiefgehen kann, wird schiefgehen», startete der Juni für den Tourismus auf Svalbard schwarz: Am Mittwoch 5. Juni erleidete ein junger Passagier auf einem Expeditionsschiff einen epileptischen Anfall, während das Schiff bei Smeerenburg, in der Nordwestecke der Hauptinsel Spitsbergen lag. Obwohl der Bordarzt alles versucht hatte, verstarb der junge Mann noch an Bord, gemäss der Aussage von Lisbeth Hansen, der Polizeichefin in Longyearbyen. Der Körper wurde später nach Longyearbyen zurückgebracht. Über die Nationalität oder Identität des Verstorbenen wurden keine Angaben gemacht.

Die historische Walfangstation Smeerenburg wurde im 17. Jhdt. in der Nordwestecke von Svalbard auf der Insel Amsterdamskoya von den Niederländern gegründet. Sie ist ein beliebter Liegeplatz von Walrossen und auch von Expeditionsschiffen gerne besucht. Bild: Michael Wenger

Am darauffolgenden Freitag wurden gleich zwei Vorfälle gemeldet: Nahe Pyramiden, der alten russischen Bergbausiedlung im Isfjorden, schlug die Havsel, ein für Touristenfahrten umgebautes Robbenfängerschiff, leck und nahm Wasser auf. Die Mannschaft war jedoch in der Lage, das Leck abzudichten und die Motoren wieder in Gang zu bringen. Das Schiff konnte die 13 Ausflugspassagiere an Bord aus eigener Kraft sicher zurück nach Longyearbyen gebracht werden. Die herbeigerufene Polarsyssel, das Patrouillenschiff der Sysselmannen, eskortierte die Havsel zurück nach Longyearbyen.

Der ehemalige Robbenfänger Havsel wurde umgebaut und für verschiedene Dienste in und um Svalbard herum in Anspruch genommen. Neben Touristen wurde das Schiff schon mehrfach für Forschungsfahrten genutzt. Bild: Bergtor Roald Opsett / Marine Traffic

Am Nachmittag desselben Tages erreichte das Koordinationszentrum für gemeinsame Rettungsmassnahmen die Nachricht, dass das Segelschiff Rembrandt van Rijn in der Borebukta im Isfjorden auf Grund gelaufen sei. Das Schiff war auf einer auf den Karten nicht verzeichnete Untiefe aufgelaufen und sass fest. Weder für die Passagiere noch die Crew bestand unmittelbar Gefahr. Trotzdem wurden Schiffe geschickt, um die Passagiere und einige der Crew nach Longyearbyen zurückzubringen. Das Segelschiff selbst konnte am Samstag wieder aus seiner misslichen Lage befreit werden. Ausser einem winzigen Leck wurden keine weiteren Schäden gemeldet.

Das Segelschiff Rembrandt van Rijn wurde bereits Anfang des 20 Jhd. gebaut und 1994 in ein Passagierschiff umgewandelt. Es ist in Svalbard und Nordnorwegen im Einsatz. Bild: Oceanwide Expeditions

Quelle: Icepeople.net / Svalbardposten

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