Ratte verursacht 10-monatige Jagd auf Pribilof-Insel | Polarjournal

Nur noch wenige Orte auf dieser Welt sind frei von eingeschleppten Arten. Besonders Ratten und Mäuse haben sich dank unserer Transportmittel beinahe überall eingenistet, meist zum Schaden der Umwelt. Nun hat nach einer sehr aufwendigen Suche auf St. Paul Island, einer Insel mitten im Beringmeer und einem wichtigen Vogelnistort, für eine einzige Ratte das letzte Stündlein geschlagen.

Als vor 10 Monaten in einer Fischfabrik in St. Paul auf der gleichnamigen Insel eine Wanderratte entdeckt worden war, wurde sofort Alarm geschlagen. Ein eigens dafür geschaffenes Spezialistenteam versuchte mit Fallen und Kameras, der Ratte auf den Leib zu rücken. Doch erst der Einsatz eines speziellen Giftes führte zum gewünschten Erfolg. Ein Ornithologe entdeckte den gefrorenen Kadaver und meldete es gleich den Behörden. Lauren Divine, die Leiterin der lokalen Naturschutzbehörde auf St. Paul Island, liess sich mit der toten Ratte auf einem Bild in den sozialen Medien verewigen. «Das war wirklich eine gerissene Ratte., wirklich frustrierend», erklärte sie gegenüber Anchorage Daily News.

Die Leiterin der Naturschutzbehörde, Lauren Divine, hält stolz die tote Ratte hoch. Der betriebene Aufwand ist gerechtfertigt. Denn eingeschleppte Ratten können einen verheerenden Effekt auf Vogelpopulationen haben. Bild: Jennifer Tran, Ecosystem Conservation Offices St. Paul

«Doch wo eine Ratte ist, muss man davon ausgehen, dass noch mehr sind», sagte sie weiter. Daher werde das Überwachungsprogramm weitergeführt, bis in ein paar Wochen «wir keine weiteren Spuren finden werden und sagen können, dass die Ratten weg sind», fügt Divine an. Denn Ratten und andere eingeschleppte Arten sind für kleine Inselökosysteme eine enorm grosse Bedrohung. St. Paul Island ist ein nur 110 Quadratkilometer grosse Insel mitten im Beringmeer und Teil der Pribilof-Inseln. Diese Inseln sind ein wahres Vogelparadies, da sie durch ihren vulkanischen Ursprung genügen Nistmöglichkeiten für Alken und andere Seevögel bieten. Im einzigen Ort St. Paul leben rund 500 Einwohner, Ureinwohner und Weisse, vor allem von Fischfang.

Mitten im Beringmeer liegen die Pribilof-Inseln. Für viele Zugvögel und arktische Seevögel sind die Inseln die einzige Nistmöglichkeit, weit weg von möglichen Fressfeinden. Bild: Michael Wenger

Seit Jahrzehnten haben die Bewohner erfolgreich ihre und die Nachbarsinseln frei von Ratten gehalten. «Ratten haben ein riesiges Potential, in Ökosysteme einzudringen und sie auf eine Art zu verändern, von er wir uns nie erholen würden», erklärt Divine weiter. Daher hätten sich die Behörden und die Bewohner schon vor Jahrzehnten zusammengetan und die Inseln rattenfrei gehalten, während trotzdem ein Hafen und eine Fischverarbeitungsindustrie behalten worden seien. In der Vergangenheit haben sich immer wieder Ratten nach St. Paul verirrt. Bislang wurden 8 Ratten erwischt, das Programm funktioniert also. «Zu sagen, dass unsere Insel rattenfrei sei, ist für die Ureinwohner und die Bewohner der Insel eine tiefe Quelle des Stolzes», sagt Divine abschliessend.

Quelle: Michelle Theriault Boots, Anchorage Daily News

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