© Canada Goose via Nunatsiaq News

Wer in den kalten Regionen unterwegs ist, ist auf warme Kleidung angewiesen. Zu den bekanntesten Marken gehört die kanadische Firma Canada Goose. Deren Parkas gehören heutzutage zum Alltagsbild nicht nur in den kalten Zonen, sondern insgesamt zum urbanen Stadtbild. In diesem Jahr hat der Hersteller zusammen mit der gemeinnützigen Organisation Inuit Tapiriit Kanatami einen Aufruf gestartet mit dem Ziel, 20 junge Inuit-Künstlern und Designern aus 4 Inuit-Regionen zu finden, die eine neue Parka-Kollektion für 2020 entwerfen sollen. Das Geld aus dem Verkauf wird wieder in die Region zurückfliessen.

Hinter dem «Projekt Atigi» verbirgt sich dabei nicht nur eine clevere Marketing-Strategie des Bekleidungsherstellers. Die Firma, die 1957 in Kanada gegründet worden war, möchte so ihr soziales Engagement im hohen Norden verstärken. Das Projekt wurde bereits letztes Jahr lanciert und 14 junge Designer konnten im vergangenen Januar ihre selbst entworfene Kollektion in New York vorstellen. Danach gingen die Parkas auf Tour und wurden weltweit in den Geschäften ausgestellt. Dasselbe Prinzip soll nun ein weiteres Mal angewendet werden. «Das Talent, das in Inuit-Designern steckt, zieht sich quer durch die Inuit Nunangat und die Kunst, Parkas herzustellen ist seit Jahrtausenden Teil unserer Kultur», erklärt Natan Obed, der Präsident der Organisation Inuit Tapiriit Kanatami (ITK). «Durch die Zusammenarbeit mit Canada Goose und der Ausweitung dieser Initiative, wird das Bewusstsein für das unglaubliche Talent unserer Designer geschärft und wir können mehr von unserer Kultur und Handwerkskunst auf eine Art an die Welt weitergeben, die das geistige Eigentum und das Design der Inuit schützt und respektiert.»

Natan Obed stammt ursprünglich aus der Provinz Neufundland/Labrador und ist seit 2015 Präsident der Organisation Inuit Tapiriit Kanatami. Diese hat zum Ziel, die Lebensbedingungen der Inuit durch Vereinigung und Selbstbestimmung zu verbessern. Bild: Alex Tétreault, Canadian National Observer

Das Projekt soll in diesem Jahr 100 Parkas, die von 20 Designern entworfen werden, umfassen. Die Vorgaben dafür werden von ITK streng überwacht. Bewerber müssen mindesten 19 Jahre alt sein und aus einer der vier Inuit-Regionen im Norden Kanadas stammen. Ausserdem müssen sie Englisch sprechen und lesen könne oder zumindest Zugang zu einem Übersetzer haben. Ein speziell eingesetztes Komitee aus Inuit und Canada Goose-Mitarbeitern wird danach die 20 Teilnehmer auswählen. Jeder Teilnehmer erhält danach die Materialien und muss ein Set aus 5 Teilen für Männer, Frauen oder Kinder innerhalb eines Monats entwerfen. Die Rechte für die entworfenen Teile bleiben bei den Designern und für ihre Arbeit werden sie auch bezahlt. Mishael Gordon, einer der 2019-Teilnehmer aus Iqaluit, meint: «Das Projekt ist ein grossartiges Beispiel kultureller Anerkennung un keine Anbiederung. Es bietet einem Teil unseres Erbes, ein globales Publikum zu erreichen, besonders während wir auch die Rechte an unseren Designs behalten.» Auch der Präsident und CEO von Canada Goose, Dani Reiss, ist überzeugt, dass das Projekt global funktioniert. «Die Resonanz auf die erste Ausgabe und die 14 herausragenden Designer durch die Menschen rund um den Globus, war phänomenal. Mit der Projekterweiterung möchten wir unser Engagement, ihre Stimme zu verstärken, weiter vertiefen. Als ein im Norden gegründetes Unternehmen sind wir fest davon überzeugt, dass wir Chancen für zukünftige Unternehmer schaffen und dazu beitrage, diese Gemeinschaften auf sinnvolle Weise zu stärken.» Der Erlös aus dem Verkauf jedes Parkas im nächsten Jahr wird über ITK an Inuit-Gemeinden in ganz Kanada gehen.

Der Präsident und CEO von Canada Goose, Dani Reiss, ist der Enkel des Firmengründers. Ursprünglich wollte er Schriftsteller werden, bevor er in die Firma einstieg. Er ist bekannt für seine gemeinnützigen Projekte durch die Firma. Bild: Della Rollins. Business Insider

Quelle: Nunatsiaq News / Inuit Tapiriit Kanatami