Svalbards Samenlager offiziell wiedereröffnet, neues Besucherzentrum in Planung | Polarjournal

Das Pflanzensamenlager auf Svalbard, salopp auch als «Doomsday Vault» bezeichnet, musste aufwändig umgebaut werden, weil nach Regenfällen vor 3 Jahren im Eingangsbereich Wasser eingedrungen war und einen Generator ausser Gefecht setzte. Die Umbauarbeiten wurden Ende September beendet und wurden zum Schluss rund € 18 Millionen teurer als zuerst veranschlagt. Nun wurde der «Global Seed Vault» offiziell von Regierungs- und lokalen Vertretern eröffnet.

Die Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung, Olaug Bollestad, durchschnitt feierlich das Band zum neuen Servicegebäude neben dem Eingang zum Lager und eröffnete damit auch den umgebauten Eingang zum Samenlager. Sie erklärte, wie die Umbauarbeiten und die grösseren Ausgaben entstanden waren. «Als 2008 der damalige Ministerpräsident von Norwegen, Jens Stoltenberg, das Lager offiziell eröffnete, waren wir sicher, dass richtig gebaut wurde und das Lager 100 Jahre halten würde. Doch die Veränderungen des Klimas kamen derart rasant dass es gerade einmal zehn Jahre dauerte, bis Umbauarbeiten notwendig geworden sind. Doch jetzt ist der Eingang wasserdicht und stabil und darüber bin ich sehr glücklich.» Der CEO von Staatsbygg, dem Besitzer des Lagers und Auftraggeber der Umbauarbeiten, Harald Nikolaisen, sagte in seiner Ansprache, dass man sehr stolz sei auf das Projekt, weil es etwas Besonderes sei. Besonders die Bedingungen, unter denen gearbeitet werden musste, machen das Projekt speziell. «Die tiefste Temperatur, die wir während der Bauphase gemessen hatten, lag bei -33° Celsius und oft hatten wir auch starke Winde», betonte er in seiner Ansprache.

Die Ministerin Olaug Bollestad (vorne) ist sehr stolz, dass Norwegen die Initiative für die Sicherung der globalen Ernährung übernommen hat. Sie ist sicher, dass nach den Umbauarbeiten das Lager nun den Klimaveränderungen standhalten wird. Bild: Christopher Engås

Die Ministerin betonte auch die Bedeutung des «Global Seed Vault» als Touristenattraktion für Longyearbyen. Ihrer Meinung nach ist, das Gewölbe ist von globaler Bedeutung und stösst auf der ganzen Welt auf Interesse, auch bei Touristen, die nach Longyearbyen kommen. Um aber mögliche Störungen durch Besucher, wie es in er Vergangenheit teilweise der Fall war, zu verhindern, soll nun ein Besucherzentrum gebaut werden. Beauftragt wurde die Firma Arctic Memory, die für den Unterhalt und den Betrieb des zweiten, weniger bekannten Lagers auf Svalbard, dem Arctic World Archive, zuständig ist. Arctic Memory hat bereits eine Machbarkeitsstudie bei der renommierten Architekturfirma Snøhetta in Auftrag gegeben. Die Architekten stellten gleichzeitig mit der Eröffnung ihr Projekt vor: einen rund 50 Meter hohen Turm «The Arc», der zwischen den beiden Vaults und nahe beim Schiesstand stehen soll. Im Innern des Turms soll die Verwaltung der Lager, ein Café und Ausstellungen über die Lager Platz finden. Dabei soll die Ausstellung interaktiv sein, ohne Gegenstände, und neben den Vaults auch die Geologie Svalbards erklären. Rune Bjerkestrand von Arctic Memory erklärt: «Dies ist nur eine Konzeptstudie und ein Vorschlag, was gebaut werden kann. Das endgültige Produkt wird sicherlich anders aussehen. Aber zur Weiterführung des Projekts müssen wir wissen, ob Longyearbyen dies auch will.» Die Kosten für das Projekt wurden bisher auf rund € 20 Millionen veranschlagt. Für Ministerin Bollestad ist klar, dass dieses Projekt nicht vom Staat allein getragen werden soll, wie das Pflanzenlager. «Für uns hat die Sicherheit des Saatgutes oberste Priorität», erklärt sie. «Das Wichtigste was wir tun, ist die Welt vor Lebensmittelknappheit zu schützen. Das Samenlager ist für die ganze Welt wichtig. Es ist grösser als wir.»

Quelle: Svalbardposten

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