AECO für nachhaltigen arktischen Tourismus | Polarjournal
Eisberg in der Diskobucht in Westgrönland. Die Diskobucht ist das Hauptreiseziel in Grönland und wird von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angesteuert. (Foto: Heiner Kubny, Polar Journal)

Nach dem jüngsten Jahrestreffen des «Association of Arctic Expedition Cruise Operators» (AECO) hat der Verband mehrere Entscheidungen zur Stärkung verantwortungsbewusster Branchenpraktiken bekannt gegeben, darunter ein Verbot der Verwendung und Beförderung von Schweröl (HFO) in der Arktis.

Die «Plancuis» von Oceanwide Expeditions in Spitzbergen. Die niederländische Reederei ist schon seit Jahren Mitglied der AECO. (Foto: Heiner Kubny, Polar Journal)

AECO stärkt seine Position als eine der weltweit größten Kreuzfahrtorganisationen und bekräftigt das Engagement der Expeditionskreuzfahrtbranche für einen verantwortungsvollen Tourismus. Die Jahrestagung von AECO hat dies durch eine Reihe von Entscheidungen zu neuen Leitlinien, Instrumenten und Strategien unter Beweis gestellt.

Selbst auferlegtes Verbot von Schweröl

Eine bemerkenswerte Entscheidung war das selbst verhängte Verbot der Verwendung und Beförderung von Schweröl (HFO) durch in der Arktis tätige AECO-Mitglieder. Die derzeitige Praxis der Verbandsmitglieder besteht darin, dass beim Fahren in der Arktis kein HFO verwendet wird. Diese Praxis wurde nun als verbindliche Richtlinie formalisiert. AECO war ein früher Unterzeichner des Arctic Commitment, das den Ausstieg aus der arktischen Schifffahrt von umweltschädlichem Schweröl (HFO) fordert. Laut der Geschäftsführerin Frigg Jørgensen hat das Schweröl-Verbot eine breite Unterstützung unter den Verbandsmitgliedern.

Mit der «Ortelius» unterwegs im Packeis von Spitzbergen. Es gibt immer was zu sehen. (Foto: Heiner Kubny, Polar Journal)

AECO repräsentiert die große Mehrheit der Betreiber, die Expeditionskreuzfahrten in der Arktis anbieten. Mit der Formalisierung dieses Verbots sendet die Expeditionskreuzfahrtindustrie eine Botschaft an die Entscheidungsträger, dass es Zeit ist, Maßnahmen zu ergreifen, um die Arktis vor der Gefahr einer Schweröl-Verschmutzung zu schützen “, so Jørgensen. Auf der Jahrestagung wurde außerdem beschlossen, dass sich AECO auf das Kernsegment Expeditionskreuzfahrten konzentrieren soll.

AECO verstärkt seine Bemühungen in Island und hat eine Island-Ressourcengruppe gegründet. Zusammen mit isländischen Partnern untersucht der Verband auch, wie Expeditionskreuzfahrtunternehmen zu Strandsäuberungen in Island beitragen können.

In Vorbereitung auf die Arktis-Kreuzfahrtsaison 2020 wurden mehrere neue Richtlinien für die Arktis verbindlich festgelegt. Dazu gehören Richtlinien für sauberes Meer für Besucher, Vegetationsrichtlinien, Richtlinien für Kulturreste, Yachtrichtlinien und gemeinschaftsspezifische Richtlinien für Seyðisfjörður, Sisimiut und Ny-Ålesund. Sieben neue spezifische Richtlinien für Gemeinden in Grönland und Kanada sind in Vorbereitung.

Die Mitglieder von AECO haben außerdem beschlossen, dass alle Expeditionsleiter und Guides welche auf Schiffe der AECO-Mitglieder arbeiten, vor jeder Saison die Online-Prüfung wiederholen müssen. So wird sichergestellt, dass sie über die neuesten Kenntnisse der AECO-Richtlinien sowie über relevante Gesetze und Vorschriften verfügen.

Quelle: AECO, Pressestelle

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