Der stärkste nukleare Eisbrecher auf Testfahrt | Polarjournal
Der mit Atomkraft betriebene Eisbrecher «Arktika» wird von Schleppern aus dem Hafen gezogen, als er am 12. Dezember 2019 in Sankt Petersburg mit den Probefahrten beginnt. (Foto: Anton Vaganov)

Die «Arktika» ist der erste von fünf neuen Eisbrechern mit Atomantrieb, welche die leistungsstärksten der Welt sein werden. Bemalt in der Trikolore der russischen Flagge fuhr der neue Eisbrecher am Donnerstag 12.12.2019 zu einer zweitägigen Testfahrt im Finnischen Meerbusen.

Bereits ist der zweite Eisbrecher des Projects 22220, die «Ural» im Bau und dürfte im Jahr 2021 in Betrieb gehen. (Foto: Rosatomflot)

Während der Probefahrten wird der Eisbrecher sein Ballastsystem, seine Navigationsausrüstung, die Anker, die elektrischen Anlagen sowie die Manövriereigenschaften testen, gab Rosatomflot bekannt.

Die «Arktika» ist das erste Schiff in der neuen Klasse der leistungsstärksten Eisbrecher mit Atomantrieb. Insgesamt werden fünf Eisbrecher in dieser Leistungsklasse gebaut.

Der 173 Meter lange und 34 Meter breite Eisbrecher des Klasse Project 22220 (LK60Ya) ist der größte und leistungsstärkste Eisbrecher der Welt. Die Atomreaktoren versorgen den Antrieb mit 81’500 PS.

Der Leiter der russischen Direktion für die Nordseeroute, Vyacheslav Ruksha, sagte am Mittwoch, dass die ersten Seeversuche ohne laufende Reaktoren stattfinden werden. „Wir hatten keine Zeit, den Start der Reaktoren abzuschließen. Dieser erste Teil wird mit Backup-Generatoren gefahren“, sagte Ruksha, lehnte jedoch eine Stellungnahme ab, welche Probleme der Grund für den verzögerten Start der Reaktoren sei.

„Die universellen nuklearen Eisbrecher des Projekts 22220 sind mit den fortschrittlichsten elektrischen Antriebssystemen ausgestattet“, berichtet Atomflot-Direktor Mustafa Kashka in einem News-Update.

Die alte «Arctica erreichte als erstes Schiff am 17. August 1977 den Nordpol. (Foto: Rosatomflot)

Eine zweite und längere Testfahrt ist für März bis April 2020 geplant, bevor der Eisbrecher später entlang Skandinaviens zu seinem Heimathafen in Murmansk fahren wird.

Die Hauptoperationsgewässer werden von der Karasee und weiter östlich entlang der Nordseeroute sein.

Die beiden anderen Eisbrecher der Klasse, die sich auf der Werft in St. Petersburg im Bau befinden, die «Ural» und «Sibir», werden voraussichtlich in den Jahren 2021 und 2022 in Betrieb genommen. Die Verträge für die Eisbrecher Nr. 4 und 5 der Klasse 22220 sind unterzeichnet, die Bauarbeiten jedoch noch nicht abgeschlossen oder noch nicht angefangen.

Die neue «Arktika» ist nach dem früheren Schiff mit gleichem Namen benannt, das von 1975 bis 2008 im Einsatz stand. Am 17. August 1977 erreichte die alte «Arktika» als erstes Schiff den Nordpol.

Quelle: Rosatomflot

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