Symposium zu Kunststoffen im April 2020 in Reykjavik | Polarjournal
Ein Eisbär hat mit dem Fischernetz sein Spielzeug gefunden, welches ihm im Ernstfall zum tödlichen Verhängnis werden kann. (Bild: Christian Bruttel)

Island wird im April 2020 ein internationales Symposium über Kunststoffe in der Arktis und Subarktis veranstalten, um bewährte Verfahren auszutauschen und einen Beitrag zur Arbeit des Arktischen Rates zu leisten. Island hat derzeit den rotierenden zweijährigen Vorsitz des Arktischen Rates inne und hat Müllprobleme zu einer seiner Prioritäten erklärt.

Nicht alles ist angeschwemmt. Die Müllhalde bei Ilulissat in Grönland ist «hausgemacht».

Zu Beginn seines Vorsitzes ernannte er Magnus Johannesson, den ehemaligen Direktor des Sekretariats des Arktischen Rates, zum Sonderkoordinator für Kunststoffe, um die Koordinierung mit den Arbeitsgruppen des Forums und anderen einschlägigen Gremien zu diesem Thema zu erleichtern. Das Symposium ist auch Teil seines Plans, um sicherzustellen, dass die Plastikverschmutzung während seines Mandats auf dem Radar bleibt.

„Wir hoffen, dass das Internationale Symposium für Kunststoffe in der Arktis und den subarktischen Regionen das beste Wissen über die Verschmutzung durch Meereskunststoffe sammelt und uns dabei hilft, einen pragmatischen Fahrplan für künftige Maßnahmen zu erstellen“, sagte Johannesson in einer E-Mail.

Die Hoffnung ist, dass die auf dem Symposium ausgetauschten Informationen und bewährten Verfahren dann zum regionalen Aktionsplan des Arktischen Rates für den Norden beitragen können.

„Es ist von grundlegender Bedeutung, die Auswirkungen von Kunststoffen auf die arktische Meeresumwelt besser zu verstehen, um die vorrangigen Maßnahmen zur Eindämmung der Kunststoffverschmutzung in der Arktis zu ermitteln“, sagte Johannesson.

Laut Johannesson hat die PAME-Arbeitsgruppe (Arbeitsgruppe für Meeresumweltschutz in der Arktis) des Arktischen Rates, als sie Anfang dieses Jahres ihre Übersichts-Studie durchführte, wichtige Wissenslücken in Bezug auf Meeresmüll im Norden festgestellt. (Foto: Courtesy Arctic Council)

Internationale Kooperation

Der Arktische Rat ist ein internationales Forum aus Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden, Russland und den Vereinigten Staaten und sechs arktische indigene Gruppen; der Aleut International Association, dem Arctic Athabaskan Council, dem Gwich’in Council International, dem Inuit Circumpolar Council, dem Russischen Verband der Indigenen Völker des Nordens und dem Saami Council.

Die isländische Regierung wird das Symposium in Zusammenarbeit mit dem Nordischen Ministerrat (dessen Präsident Island derzeit ist) im Zusammenhang mit dem isländischen Vorsitz des Arktischen Rates veranstalten.

Zu den Sponsoren des Symposiums zählen der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES), das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), die OSPAR-Kommission, die Zwischenstaatliche Kommission für Ozeanographie der UNESCO (IOC), das isländische Meeres- und Süßwasserforschungsinstitut Harvard Kennedy Schule und das International Arctic Science Committee.

Weitere Initiativen, die unternommen wurden, um das Bewusstsein für Meeresmüll während des Vorsitzes des Arktischen Rates in Island zu schärfen, umfassen das Arbeitsprojekt «Plastic in a Bottle» des Arktischen Rates zum Schutz der arktischen Meeresumwelt, bei dem GPS-Kapseln in das Wasser abgegeben wurden. Dabei werden Plastikflaschen simuliert, welche man dann live auf der Website der Gruppe verfolgen kann.

Plastik im Ozean ist besonders gefährlich, da es in Mikroplastik zerfällt, das dann leicht von Land- und Meerestieren als vermeintliche Nahrung aufgenommen werden kann. Laut Angaben der UNESCO sterben jährlich mehr als eine Million Seevögel und mehr als 100.000 Meeressäuger an Kunststoffabfällen.

Julia Hager wird am internationalen Symposium für Kunststoffe in der Arktis als Vertreterin von PolarJounal anwesend sein und ihren Vortrag zum Thema präsentieren. (Bild: Reiner Harscher)

Trotz der Breite des Problems bleibt es eine Herausforderung, genaue Daten darüber zu erhalten, was in der Arktis vor sich geht. Experten sagen, dass nur sehr wenig darüber bekannt ist, wie sich die Plastikverschmutzung fortbewegt und welche Auswirkungen sie auf die Arktis und die Subarktis hat.

Laut der PAME-Übersichts-Studie über Meeresmüll aus dem Jahr 2019 stammen die meisten der verfügbaren Daten von der Barents- und der Beringsee. Nur wenige Daten gibt es aus dem zentralen Arktischen Ozean und den umliegenden Küstengebieten. Ebenfalls dürftig sind die Daten aus der russischen und kanadischen Arktis, sowie der arktischen Küste von Alaska.  

Das Internationale Symposium für Kunststoffe in der Arktis und Subarktis findet vom 21. bis 23. April 2020 in Reykjavik statt. Auch Polar Journal wird an diesem Symposium anwesend und durch Julia Hager vertreten sein.

Quelle: Eye on the Arctic

error: Content is protected !!

Pin It on Pinterest

Share This