Ozonloch über der Arktis | Polarjournal
Seit einigen Jahren ist die Ausdünnung der Ozonschicht auch in der Arktis ein Thema. (Foto: ESA)

Die Dicke der Ozonschicht über der Arktis ist nach Angaben von russischen Meteorologen unter die Durchschnittswerte geschrumpft und hat fast ein kritisches Niveau erreicht. Nach Angaben der Wissenschaftler war es auch schon in den Jahren 2016, 2005, 1997 und 1996 zu einer starken Ausdünnung der Ozonschicht über der Arktis gekommen.

Die Ozonschicht über der Arktis ist zurzeit besonders dünn, wie die hier auf Basis von Messdaten und einem Modell ermittelte Ozondichte (in Dobson Units) vom 29. Februar 2020 zeigt. (Grafik: Forschungszentrum Jülich)

Für März und April 2020 wird eine starke Zerstörung der Ozonschicht in der Stratosphäre über der Arktis prognostiziert“, heißt es in einer Mitteilung des Zentralen Aerologischen Observatoriums, das der russischen Behörde für Hydrometeorologie und Umweltüberwachung gehört.

Ende Februar 2020 sei die Ozon-Konzentration im Vergleich zu Durchschnittswerten um 30 bis 40 Dobson-Einheiten auf 260 Dobson-Einheiten zurückgegangen. Dabei würden Werte unter 220 Dobson-Einheiten als Schwellenwerte gelten, die für das Ozonloch in der Antarktis kennzeichnend seien.

Messungen von Ozon werden auch durch Daten des europäischen Wettersatelliten MetOP-A ergänzt (Foto: ESA)

Der Ozonabbau hat erst vor kurzem begonnen und wird sich in den nächsten Wochen weiter beschleunigen, solange der polare Wirbel stabil bleibt. Satellitenmessungen und Modelle zeigen in diesem Winter einen ungewöhnlich stabilen Luftwirbel über dem Nordpol, der für enorme Windstärken und sehr kalte Temperaturen sorgt. In diesem arktischen Wirbel finden spezielle chemische Prozesse statt, die zu einem sehr schnellen katalytischen Ozonabbau führen, sobald das erste Sonnenlicht auf die polare Atmosphäre fällt. Ein vergleichsweise großer, stabiler und bis ins Frühjahr anhaltender Wirbel wurde bislang nur über der Antarktis beobachtet.

Die Zerstörung des Stratosphärenozons könne die erdnahe UV-Strahlung so stark steigern, dass diese die Gesundheit des Menschen gefährden könnte, meinen die Forscher. Die negative Auswirkung der Sonnenstrahlung könne jedoch durch die Bewölkung geschwächt werden, hieß es.

Die Forscher verwiesen darauf, dass die Zerstörung der Ozonschicht im Frühjahr 2011 erhöhte UV-Strahlung in mehreren Bereichen der nördlichen Hemisphäre, darunter auch im April 2011 in Moskau, zur Folge gehabt hatte. Nach Angaben der Wissenschaftler war es auch 2016, 2005, 1997 und 1996 im Frühling zu einer starken Ausdünnung der Ozonschicht über der Arktis gekommen.

Quelle: Sputnik News

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