Neuer russischer Hubschrauber in Svalbard bereit | Polarjournal
Der neue MI-8-Hubschrauber steht fertig montiert auf dem Landefeld des Flughafens in Longyearbyen. Bis zum Erstflug wird es jedoch noch eine Weile dauern, da keine Piloten da sind. Bild: Hilde Kristin Røsvik

Auf Svalbard sind viele Orte den grössten Teil des Jahres nur per Schiff/Boot oder aus der Luft erreichbar. Dazu sind Hubschrauber die geeignetsten Transportmittel. Während die Sysselmannen, die norwegische Verwaltungsbehörde Svalbards auf einen Superpuma verlässt, nutzen die russischen Siedlungen Barentsburg, Pyramiden und die Firma Trust Arktikugol eher russische Helikopter. Mitte März erhielten die Russen nun einen neuen Hubschrauber vom Typ MI-8, eine der grössten zivil verfügbaren Maschinen. Nach knapp drei Wochen Arbeit wurde der Hubschrauber nun fertiggestellt.

Ein Team aus insgesamt neun russischen Technikern hatten seit dem 10. März zuerst den alten, ausser Dienst gestellten Hubschrauber auseinandergenommen und dann ab dem 19. März den neuen fertig zusammengestellt. 4 Der Techniker stammten aus Barentsburg, 5 weitere wurden vor dem Lockdown von Longyearbyen aus Russland eingeflogen. Eine Ilushin IL-76 hatte das Material Mitte März nach Longyearbyen gebracht, jedoch keine Leute aufgrund des Einreisestopps der norwegischen Verwaltung. Damit sind nun auch keine Piloten vor Ort, die den Hubschrauber testen müssen, bevor er offiziell in Dienst gestellt wird. «Aufgrund der speziellen Situation, in der wir uns befinden, ist es zurzeit unmöglich, die Piloten hierher zu bringen», erklärt Übersetzerin Jaroslava Skorikova gegenüber Svalbardposten. Das bedeutet, dass die russischen Siedlungen Barentsburg und Pyramiden und auch die Firma Trust Arktikugol, die für den Kohleminenbetrieb und die Verwaltung zuständig ist, gegenwärtig ohne eigene Luftverbindung nach Longyearbyen dastehen.

Vor drei Wochen hatte eine Ilushin IL-76 den Hubschrauber und alles Material nach Longyearbyen gebracht. Aufgrund der Grösse des Hubschraubers und seiner Rotorblätter musste ein derart grosses Transportflugzeug gewählt werden. Bild: Trust Arktikugol

Ursprünglich als militärischer Transporthubschrauber verwendet, hat sich die MI-8 seit ihrem Erstflug 1961 als sehr beliebtes Arbeitspferd in den verschiedensten Ländern etabliert, sowohl militärisch wie auch im zivilen Bereich. Der mit normalerweise zwei Turbinen angetriebene 5-blättrige Rotor ist im Vergleich zum Superpuma gigantisch, was auch von einem der Flugzeugmechaniker im Hangar von Air Transport, wo der Hubschrauber zusammengebaut worden war, bestätigt. «Der Puma ist auch toll, aber der russische Hubschrauber ist riesig für unsere Verhältnisse», sagte er. Die MI-8-AMT ist eine für die Arktis speziell entwickelte Variante, die mit zusätzlicher, besserer Heizung in den Kabinen, Triebwerken und Getrieben, einem Wetterradar im Bug, und verbesserten Geräten für Navigation ausgestattet worden ist. Im Innern können mehrere Tonnen Material oder 28 – 32 Personen transportiert werden. Ab wann der Hubschrauber im Einsatz sein wird, hängt jedoch von der Entwicklung der Pandemie ab und den Entscheidungen der Behörden.

Die russische Bergbausiedlung Barentsburg liegt rund 38 Kilometer südwestlich von Longyearbyen. Die knapp 480 Einwohner leben in erster Linie vom defizitären Kohleabbau und vom Tourismus. Die Versorgung wird per Schiff und per Flugzeug via Longyearbyen gewährleistet. Bild: Michael Wenger

Quelle: Svalbardposten

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