COVID-19 – noch mehr Probleme für Novatek | Polarjournal
Der Flughafen Sabetta International Airport wurde nach mehreren COVID-19 Fällen vorübergehend geschlossen.  (Foto: Olesya Astakhova)

Die regionalen Gesundheitsbehörden haben den Flughafen in Sabetta, einem wichtigen Drehkreuz der russischen Arktis und die wichtigste Lebensader des Erdgasunternehmens Novatek für sein LNG-Projekt Yamal, geschlossen, da die Infektionen in Nordrussland zunehmen.

Arbeiter von Novatek in Sabatta. Zur Zeit kommt keiner weg von Sabatta und was in den nächsten Wochen passiert ist ebenfalls ungewiss. (Foto: Atle Staalesen)

Pendler auf den abgelegenen russischen Öl- und Gasfeldern scheinen die Außenposten in der Region infiziert zu haben. Mit der Schließung des Flughafens in Sabetta auf der Halbinsel Yamal sind inzwischen mehr als 140 Personen als Träger des Coronavirus in der abgelegenen Industriestadt registriert. Laut TASS wurden insgesamt 22 Personen in Krankenhäuser in der Regionalhauptstadt Salekhard und der Ölstadt Novy Urengoy gebracht. Die restlichen 121 Arbeiter wurden in Sabetta isoliert, berichtet die Nachrichtenagentur.

Der Screenshot vom Flugradar zeigt am 25. April die Ilyuschin-76 der Emercom auf dem Weg nach Sabetta. (Foto: Flightradar 24)

Die Aufzeichnungen von Flugradardaten zeigen, dass ein Flugzeug des russischen Ministeriums für Notsituationen auf dem Weg nach Sabetta war. Das Flugzeug, ein Ilyuschin-76-Transportflugzeug, ähnelt den Flügen, mit denen am 12. April ein mobiles Krankenhaus zum Novatek-Werk in Belokamenka außerhalb von Murmansk gebracht wurde. In Belokamenka sind mittlerweile rund 900 Arbeitnehmer als infiziert registriert.

Novatek beschwert sich

Die russische Zeitung Kommersant berichtet, dass die regionalen Gesundheitsbehörden in der Region Yamal-Nenzen beschlossen haben, den Flughafen zu schließen. Novatek protestierte auf diese Entscheidung heftig. Das Tochterunternehmen Yamal LNG argumentierte, dass die regionalen Gesundheitsbehörden nicht berechtigt seien, einen Flughafen zu schließen, und wandte sich mit der Beschwerde an die „zuständigen Behörden“, berichtet RBC.

Die Situation stellt Novatek, das «LNG Yamal» betreibt und die Entwicklungen am «LNG 2» der Arktis auf der nahe gelegenen Halbinsel Gydan vorantreibt, vor eine ernsthafte Herausforderung. In Sabetta sind mehr als 30.000 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. Es wird angenommen, dass mehrere Tausend am Bau in Gydan beteiligt sind.

Der Virusausbruch an den wichtigsten Projektstandorten von Novatek könnte den Fortschritt bei den wichtigsten Arktisplänen des Unternehmens behindern. Das neue Werk in Belokamenka soll LNG-Produktionsplattformen für das Arctic LNG 2-Projekt bauen. Die Produktion soll 2023 beginnen und bis 2024 sollen viele Millionen Tonnen Flüssigerdgas an Verbraucher in Europa und Asien geliefert werden.

Yamal LNG und Arctic LNG 2 sind Projekte von zentraler Bedeutung für das Ziel Russlands, bis zum Jahr 2024 mehr als 80 Millionen Tonnen auf der Nordost-Passage zu transportieren.

Die Novaket Anlage von Yamal-LNG. Wie die nähere Zukunft aussieht weiss im Moment niemand. (Foto: Novatek)

Viele Unternehmen betroffen

Novatek ist nicht das einzige Unternehmen, das vom Coronavirus schwer betroffen ist. Nach Angaben des Gouverneurs von Yamal-Nenzen, Dmitry Artyukhov, sind zwei weitere Industriestandorte in der erdgasreichen Region von Virusausbrüchen betroffen. Arktyukhov sagte in einem Social-Media-Beitrag am 27. April, dass die regionale Verbreitung des Virus immer noch sehr begrenzt sei. „Wir haben ungefähr 60 Erdöl-Felder in Betrieb und mehr als 100.000 Arbeiter und die registrierten Fälle betreffen nur drei Felder“, sagte er.

Seit Wochen schwirren Spekulationen über ähnliche Virusausbrüche in mehreren anderen wichtigen Erdgasfeldern, darunter im Bovanenkovo-Feld von Gazprom. Ende März isolierte das Unternehmen eine Gruppe von Arbeitnehmern wegen des Verdachts auf Infektion, doch diese Personen wurden später für gesund erklärt, teilte die Tochtergesellschaft Gazprom Nadym Dobycha mit.

Wie andere Unternehmen hat Gazprom spezielle Verfahren im Zusammenhang mit den Pendlerschichten in den Projekten im äußersten Norden eingeführt. Die Arbeitnehmer müssen jetzt mindestens 14 Tage isoliert verbringen, bevor sie an Standorten arbeiten dürfen.

Am 28. April wurde bekannt, dass fünf Patienten aus Lukoils Varandey-Feld im autonomen Nkreten-Okrug zur Intensivpflege in das Krankenhaus in Naryan-Mar, der Hauptstadt der Region, eingeliefert worden waren. Weitere 23 Personen werden auf dem Gebiet von Varandey behandelt, teilen die regionalen Behörden mit.

Quelle: Kommersant NEWS

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