Polarexpeditionskleidung für Obdachlose in Hobart | Polarjournal
Polarexpeditionskleidung, die Wissenschaftler und Techniker in der Antarktis warmhält, soll nun den rund tausend Obdachlosen in Hobart, Tasmanien über den Winter helfen, gespendet von der australischen Antarktis-Abteilung. Foto: Julia Hager

In Hobart, Tasmanien sind die Wintertemperaturen zwar relativ mild und das Thermometer erreicht sicher keine minus 49 Grad Celsius, aber für diejenigen, die keine andere Wahl haben als im Freien zu schlafen, können sich die Nächte kälter anfühlen als der antarktische Winter. Besonders die kalten Luftmassen, die ungebremst aus der Antarktis auf die kleine Insel südlich vom australischen Kontinent treffen, machen Wintertage äußerst ungemütlich und sehr gefährlich für Menschen, die auf der Straße leben.

Die Antarktisabteilung der australischen Regierung hofft daher, die Situation zumindest für einige der Obdachlosen durch die Spende von Extremwetterausrüstung zu verbessern. Bisher hat die Polarausrüstung Antarktis-Expeditionsmitgliedern geholfen, Schneestürme zu überleben. Mit Polarfleecejacken, Thermojacken, Socken, Handschuhen, Schlafsäcken und Fleecedecken unterstützt die Australian Antarctic Division (AAD) in dieser Woche die Stadtmission von Hobart, die schätzungsweise tausend Obdachlosen und gefährdeten Menschen in und um Hobart jedes Jahr Kleidung, Nahrung, Obdach und Lebensmittel zur Verfügung stellt.

Umweltministerin Sussan Ley begrüßte die Initiative der AAD und sagte, dass die Kleidung dazu beitragen wird, einige der am stärksten gefährdeten Menschen in diesem Winter ein wenig wärmer zu halten und, dass sie andere dazu inspirieren könnte, diese Menschen ebenfalls zu unterstützen.

„Ständig im Freien zu schlafen, vor allem in den Wintermonaten, ist extrem unbequem und gefährlich. Im Winter ohne Obdach im Freien zu schlafen, trägt noch zu dem rauen Leben bei, das für die Schwächsten ohnehin schon führen“, so Ministerin Ley. „Die Ausrüstung, die die AAD der Mission in Hobart zur Verfügung stellt, hat unsere Expeditionsteilnehmer in den rauesten Umgebungen warm gehalten, und ich hoffe, dass sie nun auch anderen etwas Trost spenden kann.”

Die Berge rund um Hobart werden im Winter regelmäßig mit Schnee bezuckert, während es in der Stadt selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt recht mild bleibt. Foto: Michael Dempsey.

Phillip Boxall, General Manager für Technologie und Innovation der AAD, sagte, dass die Ausrüstung einigen der härtesten Bedingungen ausgesetzt war, die der Mensch kennt. „Jedes Jahr bringen wir etwa 500 Menschen durch das Australische Antarktisprogramm in den Süden, und dazu gehört eine vollständige Ausrüstung mit antarktischer Kleidung vor der Expedition“, so Boxall. „Die Ausrüstung hält die Expeditionsteilnehmer bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad und Schneesturmbedingungen warm, ob sie nun draußen auf der Station oder in einem abgelegenen Feldlager arbeiten. Wir hoffen, dass ein Teil dieser Ausrüstung und Kleidung dazu beitragen wird, andere während der kommenden Wintermonate warm und sicher zu halten.

John Stubley, Chief Executive Officer der Stadtmission von Hobart, sagte, dass die Kleidung und Schlafsäcke eine große Hilfe für die Obdachlosen sein werden. „Der Winter in Hobart kann manchmal mit niedrigen Temperaturen und starken Winden wie die Antarktis sein und für diejenigen ohne ein Dach über dem Kopf gibt es kein Entkommen.

„Diese Spenden werden also für Menschen, die im Freien schlafen, von großem Nutzen sein und ihnen helfen, in den langen dunklen Nächten trocken und warm zu bleiben“, sagte Stubley.

Quellen: Australian Government, Australian Antarctic Division

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