Arktis-Trickfilm gewinnt wichtigen Umweltpreis | Polarjournal
Der 1-minütige Trailer zum Film stellt den Hauptdarsteller Karl vor und sein Hobby, das Fotografieren. Dabei erlebt er auch die Schönheit der Polarlichter und der Arktis. Video: Folimage / Youtube

Filme über die Polargebiete erfreuen sich grosser Beliebtheit. Besonders Trickfilme wie «Happy Feet», aber auch Filme wie «Die Reise der Pinguine» oder «Fräulein Smillas Gespür für Schnee» haben eine grosse Fangemeinde, sowohl beim Publikum wie auch bei Kritikern. Immer wieder greifen die Filme dabei wichtige polare Themen wie Klima, Kultur und Umwelt auf. Nun hat der schweizerisch-französische Trickfilm «Au pays de l’aurore boréale» am Trickfilmfestival in Stuttgart den Hauptpreis im Bereich Umwelt gewonnen.

Der Animationsfilm handelt vom Jungen Colin, der in der Grossstadt aufwächst. Als seine Eltern sterben, muss er zu seinem Grossvater Karl in den hohen Norden ziehen. Dort fühlt sich der Junge ziemlich allein und verlassen, der Grossvater überfordert. Sein grösstes Hobby und ein Weg, der Tristess zu entfliehen, ist die Fotografie. Als sein Grossvater sich aufmacht, Narwale zu jagen, endet der Junge zufälligerweise als blinder Passagier im Schlittenhaus des Grossvaters. Auf der folgenden Reise lernt er die Geheimnisse der Arktis und der Polarlichter von seinem Grossvater kennen und die beiden nähern sich langsam einander an.

Die von der Illustratorin Caroline Attia gezeichneten Figuren und Hintergründe haben die Jury am Festival begeistert. Mit sehr poetischen und sanft gezeichneten Bildern schafft die Künstlerin eine grandiose Darstellung der Arktis. Bild: Screenshot Website carolineattia.com

Der 15-minütige Trickfilm wurde von Folimage in Frankreich und Nadasdy Film in der Schweiz produziert und am Internationalen Trickfilmfestival in Stuttgart gezeigt. Die Jury des Festivals, das aufgrund der COVID-19-Krise online durchgeführt worden war, lobte den Film für seine malerischen Bilder und vor allem für die subtile, aber starke emotionale Aussage zum Thema Umwelt und Klima in der Arktis. «Der Film «Au pays de l’aurore boréale» ist ein Film mit klaren, aber malerischen Bildern und starker emotionaler Wirkung. (…) Der Film schreibt einem keine Antworten vor oder verurteilt, sondern wirft die Frage zu unserer Beziehung zu Natur auf. Für seine subtile und kreative Vermittlung des Themas Klimawandel erhält der Film den Trickstar Nature Award 2020», schreibt die Jury in ihrer Urteilsbegründung. Das Internationale Trickfilmfestival ITFS in Stuttgart gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen der Animationsfilmbranche und gehört auch zu den Oscar-qualifizierenden Festivals.

Die in Paris lebende Illustratorin Caroline Attia hat bereits zahlreiche Kinderbücher und Animationskurzfilme zu verschiedenen Themen wie Geschichte, Soziales und Natur illustriert. Bild: trollywoodanimation.se

Die Regisseurin und Zeichnerin des Films, Caroline Attia, freut sich in ihrer Videobotschaft zum Gewinn des Preises. Sie meint aber auch, dass, obwohl das Thema Klima und Umwelt nicht im Vordergrund des Filmes stehe, ist die Veränderung des Packeises auch wichtig. «Unsere Aktivitäten verändern unsere Welt. Mit dem Lockdown sehen wir, wie die Natur sich wieder ihren Platz zurückholt. Ich denke, dass man wieder mehr darüber nachdenkt, wie wir Veränderungen bewirken und mehr mit der Natur in Harmonie leben können», meint die Künstlerin.

Quelle: Nadasdy Film, Genf / ITFS Stuttgart / Caroline Attia

Mehr zum Thema:

Zur Webseite von Caroline Attia

https://carolineattia.com/au-pays-de-laurore-boreale

Zur Webseite der Schweizer Produktionsfirma Nadasdy Film

https://www.nadasdyfilm.ch/

Zur Webseite der französischen Produktionsfirma Folimage

https://www.folimage.fr/fr/

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