Keine mobilen Geräte mehr für russische Soldaten | Polarjournal
Smartphons während dem Militärdienst scheinen in Russland der Vergangenheit anzugehören.  (Foto: Thomas Nilsen)

Peinliche Lecks über Truppenbewegungen oder geheime Operationen sollten ein Ende haben, befiehlt der russische Präsident. Wladimir Putin unterzeichnete am 6. Mai ein Dekret, mit dem diensthabenden Soldaten das Tragen elektronischer Geräte zum Aufzeichnen oder Übertragen von Geolokalisierungen, Foto- und Audiomaterial verboten wurde.

Soldaten mit Kamera in Murmansk. (Foto: Thomas Nilsen)

Das russlandkritische Nachrichtenportal Proekt untersuchte Berichte über den Ausbruch des Coronavirus unter hunderten junger Kadetten, nachdem diese an den Proben für die verschobene Siegesparade in Moskau teilgenommen hatten und dass Putins Befehl bereits echte Informationen behindert, um die Öffentlichkeit zu erreichen.

Soldaten dürfen keine Informationen mehr an die Außenwelt weitergeben. Das Gespräch mit Reportern ist ebenfalls verboten. Putins Anordnung, allen Soldaten oder Angestellten der Streitkräfte das Tragen von Smartphones oder anderen Geräten wie Smartwatches oder Tablets zu verbieten, ist eine weitere Verschärfung der Regeln aus dem letztjährigen Verbot von Geräten, die mit dem Internet verbunden werden können. „Der Verstoß gegen die Verordnung wird als grobe Disziplinarstraftat angesehen“, heißt es in dem Dekret.

Selfies soll es nicht mehr geben. Was für die einen Spass bedeutet, verärgert die Obrigkeit der russischen Streitkräfte.

Keine Smartphones mehr in den Lagern für russische Soldaten. Dies beschlossen die Gesetzgeber der Staatsduma bereits im Jahr 2018 und bereiteten ein Gesetz zur Bestrafung von Soldaten vor, wenn sie Informationen über sich selbst in den sozialen Medien veröffentlichen.

Es gab viele Medienberichte über russische Militäreinsätze, die auf investigativen Reportern basierten, die Social-Media-Fotos von Soldaten studierten. Im Jahr 2016 veröffentlichten Blogger im LiveJournal eine umfassende Liste von Bildern, die von Soldaten der 200. unabhängigen motorisierten Infanterie-Brigade in Pechenga nahe der russischen Grenze zu Norwegen im Norden auf der Plattform „Vcontact“ veröffentlicht wurden, berichtete der Barents Observer.

Der Vergleich von Social-Media-Fotos, die die Soldaten in Pechenga aufgenommen hatten, zeigen dieselben Soldaten im Kriegsgebiet in Luhansk und Donezk, die sie gepostet hatten. Der Blog zeigte wie das russische Militär sowohl bei Soldaten als auch bei gepanzerten Fahrzeugen eine aktive Rolle spielte.

Quelle: Thomas Nilsen, Barents Observer

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