Polarfuchs gefährdet die Flugsicherheit in Spitzbergen | Polarjournal
Auf der Suche nach Nahrung hat ein Polarfuchs einen Weg auf das Flughafengelände von Longyearbyen gefunden und macht seitdem den Flugverkehr unsicher und begibt sich selbst in große Gefahr. Foto: Michael Wenger

Wer per Flugzeug nach Spitzbergen reist, kann mit etwas Glück bereits vor dem ersten Schritt auf arktischem Boden einige tierische Bewohner beobachten – gelegentlich halten sich Rentiere und seltener sogar Polarfüchse als Zaungäste rund um den «Svalbard Lufthavn» auf. Ein kleiner Polarfuchs scheint seinerseits das Glück überstrapaziert zu haben indem er auf der falschen Seite des Zauns die Sicherheit der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge gefährdet.

Bereits vor einigen Jahren wurde ein Polarfuchs von dem Bugrad einer landenden Dornier-Maschine getroffen. Carl Einar Ianssen, der Geschäftsführer des Avinor Svalbard Airport, erinnert sich: “Der Fuchs blieb liegen und wir dachten, er sei tot. Doch nach einer Weile kam er zu sich, stand auf und lief davon.”
Seit einiger Zeit beobachten die Flughafenmitarbeiter fast täglich wieder einen Fuchs auf dem Gelände und Ianssen glaubt, dass es derselbe Fuchs ist wie vor einigen Jahren. Erst Ende April verhinderte der Fuchs die Landung einer Maschine, bevor er vertrieben werden konnte.

Da das Tier ein Sicherheitsrisiko für den Flugverkehr darstellt, hat Ianssen beim Gouverneur den Abschuss des Fuchses beantragt. Er begründet seinen Antrag so: “Es ist sehr schwierig, die Kontrolle darüber zu behalten, wo sich der Fuchs befindet. Es besteht die Gefahr, dass er mit einem Flugzeug kollidiert, ohne dass wir die Möglichkeit haben, die Situation rechtzeitig zu erkennen.”
Die Risikobewertung zeigt, dass eine Kollision mit dem Fuchs dem Flugzeug wahrscheinlich nicht schaden würde, aber die Folgen eines Ausweichmanövers könnten sehr dramatisch sein. “Es kann beim Start und bei der Landung passieren, dass man sich reflexartig dafür entscheidet, ein Ausweichmanöver zu machen oder die Landung oder den Start abzubrechen. Im Fall eines Stressmanövers wäre das Flugzeug einer großen Belastung ausgesetzt, was ein hohes Risiko darstellt. Als mögliche Folge könnte das Flugzeug von der Landebahn rutschen”, glaubt Ianssen.

Der Flughafen in Longyearbyen ist eigentlich mit einem Zaun gesichert. Der kleine Polarfuchs scheint eine Lücke gefunden zu haben und lebt seitdem gefährlich. Foto: Julia Hager

Die Gefährdung der Flugsicherheit durch Vögel ist ein bekanntes Problem, auch in Spitzbergen, weshalb dort die Erlaubnis erteilt wurde, Gänse einzufangen. Ein Fuchs auf dem Rollfeld hingegen dürfte ziemlich einzigartig sein. Bislang gab es noch Zweifel, ob der Fuchs eventuell dazu beiträgt, Vögel aus dem Gebiet zu verscheuchen. Doch diese Ansicht hat sich mittlerweile geändert. Im Antrag wird beschrieben, dass der Fuchs keinen merklichen Einfluss auf Vögel hat. Es soll sogar Hinweise geben, dass der Fuchs von Alpenschneehühnern eingeschüchtert wurde.

Bisher hat Ianssen noch keine Antwort auf seinen Antrag zum Abschuss erhalten.

Quelle: Audun Bårdseth/Svalbardposten

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