Bekanntes Expeditionsschiff wird versteigert | Polarjournal
Die RCGS Resolute, früher auch als Hanseatic bekannt, wurde 1991 gebaut und war eines der bekanntesten Expeditionskreuzfahrtschiffe. Während ihrer 30-jährigen Karriere befuhr das Schiff alle Meere und brachte zahlreiche Gäste zu Eisbären und Pinguinen. Zurzeit liegt das Schiff auf der Karibikinsel Curaçao. Bild: Conflict News Worldwide

Das Expeditionskreuzfahrtschiff RCGS Resolute, das einst unter dem Namen Hanseatic für eine bekannte deutsche Reederei unterwegs war, hat seit dem Verkauf eine wechselvolle Geschichte erlebt. Von einer kanadischen Firma gechartert und neu ausgestattet, fuhr das Schiff unter anderem in der arktischen und antarktischen Region. Doch nach der Zahlungsunfähigkeit der Charterfirma und mehreren Zwischenstopps und einem Zwischenfall mit der venezolanischen Marine ist die Resolute in Curaçao gelandet. Dort soll sie nun nach dem Willen der Reederei versteigert werden.

Die Resolute, die seit Anfang April im Hafen von Willemstad auf Curaçao festgemacht wurde, soll am 22. Juni 2020 im Rahmen einer Auktion den Besitzer wechseln. Gegenwärtig gehört das Schiff noch der Firma Bunnys Adventure and Cruise Shipping Company, einer deutschen Firma. Nach dem Verkauf wird das Schiff zum dritten Mal einen neuen Betreiber haben. Neben einem komplett ausgerüsteten Expeditionsschiff mit höchster Eisklasse werden aber auch Schulden in der Höhe von rund US$ 4 Millionen auf den neuen Besitzer warten.

Das 1993 in Dienst gestellte Schiff hatte eine wechselvolle Karriere und brach mehrere Rekorde. Leider war sie auch in zahlreiche Vorfälle involviert, darunter die Versenkung eines venezolanischen Marineschiffes vor 2.5 Monaten. Bild: Rab,Driver of P300NJB @Grampian Continental CC BY-SA 3.0

Seit das Schiff 2018 die Dienste einer bekannten deutschen Reederei verlassen hatte, war das Schiff in mehrere Zwischenfälle verwickelt. Diese waren immer im Zusammenhang mit finanziellen Schwierigkeiten der neuen kanadischen Betreiberfirma. Zweimal wurde das Schiff zwangsbeschlagnahmt und nur nach Begleichung unbezahlter Treibstoffrechnungen und Lohnzahlungen wieder frei gegeben. Zu Beginn der vergangenen Antarktis-Saison kam es aber zum endgültigen Zusammenbruch der Firma und das Schiff wurde bis im März 2020 im Hafen von Buenos Aires festgesetzt. Nachdem der Besitzer die Rechnungen beglichen hatte, wurde die Resolute von der Firma Columbia Cruise Services in Richtung Curaçao geschickt, um Wartungsarbeiten vorzunehmen. In der Nacht vom 30. auf den 31. März kam es zu einer Begegnung mit einem venezolanischen Patrouillenboot, in dessen Verlauf das Marineschiff unterging und die Resolute nur geringen Schaden nahm. Aufgrund dessen blieb das Schiff danach in Willemstad festgesetzt, wo es nun verkauft werden soll.

Das Schiff wurde zuerst als Society Explorer gebaut, lief jedoch 1993 als Hanseatic zu seiner Jungfernfahrt aus. Der Besitzer, der deutsche Unternehmer Günter Powalla, verkaufte die Charterrechte 2018 an eine kanadische Firma, die danach in RCGS Resolute umtauften. Dabei wurde das Schiff unter portugiesische Flagge gebracht, was vermutlich mit ein Grund für den Streit mit Venezuela war. Bild: One Ocean Expedition

Der Besitzer des Schiffes ist bisher der deutsche Unternehmer und Mäzen Günter Powalla gewesen, der die Eignerfirma 1993 gegründet hatte. Der letzte Betreiber, die kanadische Firma One Ocean Expeditions hatte das Schiff nach der Übernahme in Deutschland modernisieren lassen. Dabei wurden vor allem die Innenbereiche und die technischen Anlagen überholt. Abgesehen von den Schäden am Bug, die durch den Zwischenfall mit dem venezolanischen Patrouillenboot hervorgerufen worden waren, befindet sich das Schiff in einem tadellosen Zustand. Es wird erwartet, dass einige Firmen und Reedereien ihr Interesse an der Auktion zeigen werden.

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