Nanosatellit für militärische Kommunikation | Polarjournal
Die in Luxemburg beheimatete OQ Technology nutzte zwei im Jahr 2018 gestartete GomSpace-Satelliten, um Software für eine zukünftige Übertragungs-Sicherheit zu testen. (Foto: GomSpace)

Der Funkverkehr im Hohen Norden bereitet den norwegischen Streitkräften seit langem Kopfzerbrechen. Ein neues Forschungsprojekt soll sogenannte Nanosatelliten testen, um das Problem zu lösen. Die derzeitigen Satellitensysteme bieten eine begrenzte Abdeckung im hohen Norden. Ziel ist es, ein neues norwegisches System zu erhalten, das in nur zwei Jahren vollständig entwickelt und getestet ist, so Chefforscher Lars Erling Bråten vom norwegischen Verteidigungsforschungsinstitut (FFI) in einer Pressemitteilung.

FFI wählt GomSpace für den Bau eines militärischen Kommunikations-Satelliten, dabei handelt es sich um eine Neukonstruktion. (Foto: GomSpace)

Letzte Woche unterzeichnete das norwegische Verteidigungsforschungsinstitut (FFI) einen Vertrag mit GomSpace zur Entwicklung und Lieferung eines Nanosatelliten. Der Vertrag hat einen Wert von 1,8 Millionen Euro.

Der Start eines Testsatelliten ist für Oktober 2021 geplant. Er wird eine niedrige polaren Umlaufbahn haben und als Relaisstation zur militärischen Kommunikation dienen. Der Testsatellit wird Nordnorwegen bis zu 15 Mal pro Tag überfliegen.

„Wir sind begeistert, uns an diesem Projekt mit der FFI zu beteiligen, das die gesamte Bandbreite der GomSpace-Fähigkeiten nutzen wird. Wichtig ist es nicht nur die Plattform zu liefern, sondern auch tief in die Entwicklung der Nutzlast, dem Start und dem frühen Betrieb eingebunden zu sein, und wir werden den Missionsbetrieb unterstützen“, sagte Niels Buus, CEO von GomSpace.

Der CEO von GomSpace mit einem Nanosatelliten. (Foto: GomSpace)

Das primäre Missionsziel besteht darin, die militärische Nutzung und Relevanz eines arktischen Satellitenrelais für taktische Kommunikationsfunkgeräte aus einer polaren erdnahen Umlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) zu demonstrieren.

Ein weiteres Ziel ist der Nachweis zu erbringen, dass GomSpace in der Lage ist innerhalb von 2 Jahren nach Projektbeginn und weniger als 18 Monate nach Unterzeichnung dieses Vertrags einsatzbereit zu sein. Der Start ist bis Oktober 2021 geplant.

„Dieses Projekt auf der Überholspur durchzuführen ist ein wichtiges Ziel des Projekts, mit dem langfristigen Ziel, ein operationelles System zu etablieren, das diese Art von SATCOM-Fähigkeit in der arktischen Region bereitstellen kann“, sagt Lars Erling Bråten, Principal Scientist am FFI.

Heiner Kubny, PolarJournal

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