Neues Schifffahrts-Komitee mit AECO-Beteiligung in Norwegen | Polarjournal
Die AECO und ihre Geschäftsführerin Frigg Jørgensen setzen sich in der Arktis für einen sicheren und umweltverträglichen Kreuzfahrttourismus ein. Die Gesellschaft umfasst alle grossen Interessenvertreter der Industrie und hilft auf verschiedenen Ebenen mit, neue Standards und Richtlinien für Polartourismus zu setzen. Bild: AECO

Der Schiffsverkehr in den norwegischen Küstengewässern und rund um Svalbard hat in den vergangenen Jahren sehr stark zugenommen. Vor allem Kreuzfahrtschiffe drängen sich in Massen in die Fjorde und Häfen, um Gästen die scheinbar unberührte Natur zeigen zu können. Doch das bringt zahlreiche Probleme mit sich, besonders in Fragen der Sicherheit und der Umwelt. Dies wurde mit dem Zwischenfall der Viking Sky letztes Jahr stark deutlich. Daher haben der norwegische Staatsrat und König Harald V. ein neues Komitee ins Leben gerufen, die sich dem Thema annehmen sollen. In das Komitee wurden auch AECO-Geschäftsführerin Frigg Jørgensen und die Gouverneurin von Svalbard, Kjerstin Askholt einberufen.

Der neugegründete Ausschuss soll bis zum Ende des nächsten Jahres Ratschläge erteilen und Massnahmen vorschlagen, wie der boomende Kreuzfahrttourismus in den norwegischen Gewässern sicherer und verantwortungsvoller gemacht werden kann. Dazu wurden in das Komitee neben Jørgensen und Askholt noch acht weitere Mitglieder benannt, die aus den verschiedenen Interessengruppen stammen. Darunter ist auch Karin Strand von der Firma Hurtigruten, die mit Frigg Jørgensen zusammen den Expeditionstourismus abdecken. Weitere Mitglieder kommen aus den Bereichen SAR (Suche und Rettung), Technik, Risikoanalyse und Wirtschaft. Geleitet wird der Ausschuss von Gouverneurin Kjerstin Askholt.

Die gegenwärtige Leitung der Sysselmannen auf Svalbard unterliegt Gouverneurin Kjerstin Askholt. Die 58-jährige ist seit 2015 als Gouverneurin auf Svalbard tätig. Davor arbeitete sie u.a. als Stellvertretende Leiterin für Polare Angelegenheiten im Justizministerium. Bild: Siri Åbø Wiersen /Svalbardposten

Der Hintergrund zur Bildung des Komitees liegt in den steigenden Zahlen von Kreuzfahrtschiffen in den norwegischen Gewässern, zu denen auch Svalbard zählt. Gerade in den nördlichen Gebieten und in der Arktis sind aber aufgrund der steigenden Zahlen auch vermehrte Sicherheitsbedenken entstanden. Die Gouverneurin von Svalbard und AECO-Geschäftsführerin Frigg Jørgensen sind seit längerem daran, dieser Frage mehr Raum zu geben. Während die AECO seit einigen Jahren vermehrt die Zusammenarbeit mit den verschiedenen SAR-Vertretern sucht und Szenarien und Modelle zur Verbesserung der Massnahmen entwickelt, hat die Verwaltung von Svalbard Beschlüsse zur Reduktion der Schiffsgrössen in ihren Gewässern gefasst. Denn viele der Schiffe, die sich in die Fjorde Norwegens und in die eisigen Gewässer Svalbards drängen, tragen hunderte bis tausende von Passagieren an Bord und werden mit Schweröl betrieben. Dies macht diese Schiffe besonders gefährlich für die Umwelt im Falle eines Zwischenfalles.

Im März 2019 verlor das Kreuzfahrtschiff Viking Sky aufgrund eines technischen Schadens seine Manövrierfähigkeit an der südnorwegischen Küste. Ein Sturm verschlimmerte die Situation und liess das Schiff gefährlich nahe an untiefe Stellen nahe der Küste laufen. Fast 500 der 1373 Passagiere mussten gerettet werden, mehrere erlitten Verletzungen. Bild: CHC Helicopters

Besonders deutlich, wie gefährlich Zwischenfälle mit Schiffen in Küstennähe sein können, dürfte letztes Jahr gemacht worden sein, als das Kreuzfahrtschiff Viking Sky manövrierunfähig an der norwegischen Küste in einen Sturm geriet. Das Schiff trieb gefährlich nahe in untiefe Küstengewässer und rund ein Drittel der 1’373 Passagiere mussten in einer sehr aufwändigen und gefährlichen Rettungsmission von Bord gebracht werden. Ein Leckschlagen des Schiffes hätte auch zu einer riesigen Umweltkatastrophe führen können. Für die arktische Region Svalbard wären solche Zwischenfälle noch gefährlicher, da hier Rettungen noch aufwändiger und vor allem länger wären aufgrund der abgelegenen Lage des Archipels.

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