Verlängerte Betriebserlaubnis für Atom-Eisbrecher | Polarjournal
«Yamal» – Die Kiellegung fand 1986 auf der Baltisches Werft in Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg statt. Die «Yamal» wurde infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion erst im Jahr 1992 fertiggestellt. Mit 75.000 PS Maximalleistung zählt die «Yamal» zu den stärksten Eisbrechern der Welt. (Foto: Rosatomflot)

Laut einer Mitteilung von Rosatomflot, der Betreiberin der atombetriebenen Schiffe in der russischen Arktis, werden einige Einheiten für weitere 50.000 Betriebs-Stunden zugelassen. So stehen die aktuellen Eisbrecher bis zur Inbetriebnahme der verspäteten Auslieferung der neuen «Projekts 22220» Eisbrecher zur Verfügung.  

«50 Let Pobedy» – Wie alle Schiffe der „Arktika“-Klasse verfügt auch die «50 Let Pobedy» über zwei Atomreaktoren, von denen jedoch nur jeweils einer betrieben wird. Die Reaktoren erzeugte eine Leistung von 75.000 PS. Der Eisbrecher ist zudem das erste Schiff der „Arktika“-Klasse, dessen Rumpf die Form eines Löffels besitzt. Die Konstrukteure erhofften sich dadurch ein effizienteres Brechen des Eises, wodurch das Schiff schneller in vereisten Gewässern operieren kann. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 21,4 Knoten (ca. 40 km/h). (Foto: Heiner Kubny)

Ursprünglich waren die Reaktoren für 150.000 Stunden genehmigt. Jetzt wird die zusätzliche Betriebsdauer von sechs Jahren Russlands Eisbrecherflotte dabei helfen, die Schifffahrt auf dem Nördlichen Seeweg sicher zu stellen, bis alle fünf Eisbrecher der nächsten Generation des Projekts 22220 in Betrieb genommen sind.

Die «Jamal» wurde in spätsowjetischer Zeit gebaut und 1992 in Betrieb genommen und ist heute zusammen mit «50 Let Pobedy» der einzige verbliebene Eisbrecher der Arktika-Klasse, der noch in Betrieb ist.

«Sevmorput» – ist das letzte nuklear angetriebene Frachtschiff der Welt. Es wurde von 1983 bis 1988 als atombetriebener Spezialfrachter mit verstärkter Bordwand und Eisbrecher-Fähigkeiten von der Saliw-Werft in Kertsch gebaut.

„Die Arbeiten in den Gewässern der Nord-Ost-Passage nehmen von Jahr zu Jahr zu. Die Verlängerung der Betriebsbewilligung ermöglicht es uns, unseren Verpflichtungen nachzukommen“, sagte Rosatomflot-Direktor Mustafa Kashka in einem News-Update des Unternehmens. Mit einer verlängerten Lebensdauer der Reaktoren folgt die «Jamal» den zuvor gewährten Verlängerungen auf 200.000 Stunden für die Eisbrecher die «Taimyr» und «Vaigash». Auch das atomgetriebene Containerschiff «Sevmorput» erhält eine längere Lebensdauer.

«Arktika» – ist der erste Eisbrecher des Projekts 22220. Während der Probefahrten im Februar 2020 verursachte ein Kurzschluss schwere Schäden an der Wicklung eines der drei Elektromotoren an Bord des Eisbrechers «Arktika». Die Probefahrt wurden danach mit nur zwei funktionierenden Motoren fortgesetzt. (Foto: Petr Kovalev)

Diesen Sommer bleibt die «Yamal» in den Gewässern nördlich und östlich der Taimyr-Halbinsel, während die drei anderen nuklearbetriebenen Eisbrecher von Rosatomflot, die «50 Let Pobedy», «Taimyr» und «Vaigach», zur planmäßigen Reparatur in Murmansk sind.

Der erste Eisbrecher des Projekts 22220 mit dem Namen «Arktika» wird voraussichtlich noch in diesem Jahr von der Ostseewerft in St. Petersburg nordwärts nach Murmansk fahren, nachdem es während der Bauarbeiten und der Testfahrt zu einer Reihe von Verzögerungen und Schwierigkeiten gekommen war.

Heiner Kubny, PolarJournal

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