Neuer Eisbrecher für die Ostsee | Polarjournal
Der Eisbrecher «Viktor Tshernomyrdin», der auf der Admiralitätswerft in St. Petersburg gebaut wurde, fuhr im Finnischen Meerbusen erste Testfahrten. (Foto: USC)

Der weltweit stärkste dieselelektrische Eisbrecher «Viktor Tshernomyrdin» soll bis spätestens am 1. November 2020 in Betrieb genommen werden. Das Schiff, obwohl für die Nordost-Passage gebaut, soll in der Ostsee zum Einsatz kommen, dies berichtete die Zeitung Kommersant. Der neue Eisbrecher ist nach dem ehemaligen russischen Premierminister Viktor Tschernomyrdin benannt.

Der Heimathafen des Eisbrechers «Viktor Tschernomyrdin» wird St. Petersburg sein. Das unter der IMO-Nummer 9658630 registrierte Schiff hat eine Höchstleistung von 32.000 PS. (Foto: USC)

Der Eisbrecher «Viktor Tschernomyrdin» ist das einzige Schiff, das im Rahmen des Projekts 22600 (LK-25) gebaut wurde. Im Jahr 2011 wurde der Auftrag für den Bau mit einem Budget von 7,94 Milliarden Rubel (92 Millionen Euro) an United Shipbuilding Corporation vergeben. Ursprünglich sollte das Schiff Ende 2015 ausgeliefert werden, doch aus verschiedenen Gründen wurden die Termine wiederholt verschoben. Als die Werft United Shipbuilding Coperation bereits Ende 2019 bereit war den Eisbrecher zu übergeben, stellte sich heraus, dass Änderungen am staatlichen Programm vorgenommen wurden und der Termin abermals verschoben werden musste. Laut unterrichteter Quellen waren Ende 2019 Kosten für den Bau des Schiffes von fast 12 Milliarden Rubel (139 Millionen) aufgelaufen.

Der dieselelektrische Eisbrecher «Viktor Tshernomyrdin» wurde im Frühjahr 2020 zu Eistests in den Finnischen Meerbusen geschickt und verlässt den Hafen von St. Petersburg. (Foto: USC)

Ursprünglich wurde der Eisbrecher «Viktor Tschernomyrdin» für den Betrieb auf der Nordostpassage gebaut. Während des Baus änderten sich aber die Vorstellungen über Eisbrecher in der Arktis. Die Planänderung könnte mit dem Ausbau des Nördlichen Seewegs durch Rosatom zusammenhängen, argumentiert die Zeitung Kommersant. Rosatom ist für die Infrastruktur in der Nordseeroute verantwortlich und wird die Kapazitäten weiter ausbauen, setzt aber auf Schiffe mit Nuklearantrieb. Der mit Dieselmotor ausgestattete Eisbrecher «Viktor Tschernomyrdin» passe möglicherweise nicht in die Pläne.

«Viktor Tschernomyrdin» geht an Rosmorport

Bei der Indienststellung wird der Eisbrecher Teil von Rosmorport und seiner schnell wachsenden Flotte von Schiffen werden. Nach eigenen Angaben verfügt Rosmorport jetzt über 37 eisbrechende Schiffe in ihrer Flotte. Insgesamt soll Rosmorport im Rahmen eines umfassenden Plans der Hauptinfrastruktur im Hinblick auf die Flottenerneuerung bis 2024 neun Eisbrecher im Wert von 52,5 Milliarden Rubel bauen.

Registriert ist der neue Eisbrecher unter der Eisklasse «Russian Maritime Register of Shipping – Icebreaker8».

Heiner Kubny, PolarJournal

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