Grönland – Probleme bei Flughafen-Neubauten | Polarjournal
Moderne in Kombination mit der grönländischen Tradition. So soll der neue Flughafen von Ilulissat mal aussehen. (Foto: Kalaallit Airports)

Die Flughafenprojekte in Nuuk, Ilulissat und Qaqortoq finden weiterhin große öffentliche, politische und mediale Aufmerksamkeit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die grönländischen Medien letzte Woche über die Nachricht berichteten, dass Kalaallit Airports Domestic A/S bekannt gegeben hat, die Ausschreibung für die Landebahn und das Flughafengebäude in Qaqortoq abzusagen.

Die Konzeption eines Künstlers für den geplanten internationalen Flughafen in Iulissat. Zusammen mit den Flughäfen in Nuuk und Qaqortoq wäre das Projekt die größte Infrastrukturinvestition in der Geschichte Grönlands. (Foto: Kalaallit Airports)

Am 27. April 2020 veranstaltete Kalaallit Airports Domestic A/S eine Ausschreibung für die Bauarbeiten für den neuen Flughafen in Qaqortoq. Das Unternehmen erhielt fünf Angebote, die alle deutlich über dem Budget des Unternehmens lagen.

Während den Verhandlungen mit zwei der Auftragnehmer und in Zusammenarbeit mit ihnen hat Kalaallit Airports Domestic A/S daran gearbeitet, Einsparungen bei dem Projekt zu erzielen, die die Gesamtkosten in den finanziellen Rahmen des Unternehmens bringen könnten. Parallel dazu hat das Unternehmen die Möglichkeit einer zusätzlichen Finanzierung durch die Selbstverwaltung zur Deckung der gestiegenen Projektkosten erörtert.

Das Unternehmen musste jedoch zugeben, dass es nicht möglich ist, die erforderlichen Einsparungen für das Projekt oder eine Reduzierung des Angebotspreises zu erzielen. Ebenso ist es nicht möglich, eine Zusage für eine zusätzliche Finanzierung zu erhalten, bevor die aktuellen Angebote bearbeitet sind. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass der in der Ausschreibung angenommene Baubeginn für die Bauarbeiten im Herbst 2020 nicht mehr eingehalten werden kann.

Auch der Flughafen von Nuuk soll den neusten Bedürfnissen angepasst werden. (Foto: Kalaallit Airports)

Verdecktes politisches Spiel

Es ist sehr verständlich, dass der Bürgermeister, der stellvertretende Bürgermeister und der lokale Vorsitzende sehr frustriert sind über die Absage des Angebots und die daraus resultierende Verzögerung und dass sie auf die Situation reagieren.

Die Zeitungsartikel deuten mehr oder weniger direkt darauf hin, dass die Regierung mit ‘gezinkten’ Karten gespielt habe und immer gewusst hat, dass das Flughafenprojekt in Qaqortoq in dieser Form zu nichts führen würde.

Ich bin kein Politiker und habe keine Grundlage, um zu wissen, welche politischen Überlegungen intern in der Regierung stattfinden. Als Vorstandsvorsitzender von Kalaallit Airports Domestic A/S kann ich nur feststellen, dass weder das Parlament noch die Regierung jemals versucht haben das Management des Generalunternehmers zu beeinflussen, um am Flughafenprojekt in Qaqortoq Gedanken über Kosteneinsparungen zu machen, so Johannus Egholm Hansen weiter.

„Kalaallit Airports Domestic A/S hat sich sehr darauf gefreut, den neuen Flughafen in Qaqortoq in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen und bedauert daher sehr, dass eine Entscheidung über die Absage der Ausschreibung getroffen werden musste“, sagt Vorstandsvorsitzender Johannus Egholm Hansen. (Foto: Sermitsiaq)

Der Verwaltungsrat der Kalaallit Airports Group hat von Anfang an die feste Aufgabe erhalten, neue Flughäfen in Nuuk, Ilulissat und Qaqortoq zu entwerfen, anzubieten, zu bauen und zu betreiben. Daher hat das Unternehmen dem Flughafen in Qaqortoq bei der Projektvorbereitung die gleiche Priorität eingeräumt wie den beiden anderen Flughäfen. Alle Flughafenprojekte werden daher von denselben Beratern und nach genau denselben Gestaltungsrichtlinien entworfen, so wie sie ausgeschrieben wurden. Der einzige Unterschied bestand darin, dass der Baubeginn des Flughafens in Qaqortoq aus Planungsgründen nicht gleichzeitig mit den Flughäfen in Nuuk und Ilulissat erfolgen konnte.

Heiner Kubny, PolarJournal

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