Doch noch Internet für die Arktis | Polarjournal
Darstellung eines der F6-Satelliten von OneWeb. (OneWeb)

Der Satellitenbetreiber OneWeb meldete Ende März 2020 Insolvenz an, nachdem 74 Satelliten gestartet und etwa die Hälfte seiner 44 Bodenstationen fertiggestellt waren.  Nun wurde das Unternehmen von der britischen Regierung und der indischen Bharti-Gruppe gerettet. Damit steht nichts mehr im Weg, die Starts mit Arianespace im Dezember 2020 wieder aufzunehmen und damit den Weg für die Aufnahme kommerzieller Dienste im nächsten Jahr zu ebnen.

Eine Ariane-6-Rakete wird gleichzeitig 36 OneWeb Kleinsatelliten im nächsten Dezember in einem Umlaufbahn bringen. (Foto: Ariane-Gruppe)

Mit der Rückkehr zum ersten Flug von Arianespace in eine Umlaufbahn wird die OneWeb-Flotte im Orbit auf 110 Satelliten erhöht. Gemäss einer Mitteilung sollen noch weitere 15 Starts im Rahmen einer Vereinbarung mit Arianespace erfolgen.

Kommerzielle Breitband- und andere Kommunikationsdienste sollen nach dem Plan bis Ende 2021 zunächst in Großbritannien, Alaska, Nordeuropa, Grönland, Island, dem Arktischen Ozean und Kanada beginnen.

Jeder OneWeb-Satellit wiegt 150 Kilogramm. Die im Endausbau 648 operativen Satelliten sollen in 18 polaren Umlaufbahnebenen in 1.200 km Höhe eingesetzt werden. (OneWeb)

Die Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Bestätigung des Umstrukturierungsplans des Unternehmens, aus dem Großbritannien und Bharti als die siegreichen Bieter bei einem Konkursverkauf im Juli 2020 hervorgingen.

Die beiden Unternehmen haben sich verpflichtet, insgesamt 1 Milliarde Dollar in OneWeb zu investieren, mit dem Ziel, einen Konkurrenten zu SpaceX von Elon Musk im Wettlauf um die Nutzung von Satelliten im erdnahen Orbit für Kommunikationsdienste zu schaffen.

Der US-Satelliten-Breitbandanbieter Hughes Network Systems schloss sich der OneWeb-Konstellation an und hat sich bereit erklärte 50 Millionen US-Dollar zu investieren.

OneWeb-Antennen in Svalbard, Norwegen. Die Bodenstationen sind ein Teil des OneWeb-Netzwerks und werden weltweit aufgestellt, um die Satelliten mit dem Internet zu verbinden. Im Endausbau sind weltweit etwa 44 Stationen geplant. (Foto: OneWeb)

Heiner Kubny, PolarJournal

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