Neue Eisenbahnlinie nach Alaska geplant | Polarjournal
Seit 2015 in Planung, wird die A2A-Eisenbahn für ihre 2.570 Kilometer ein Budget von 17 Milliarden US-Dollar verschlingen. (Foto: A2A Rail Projekt)

Das Projekt sieht den Bau einer neuen Eisenbahnlinie von Fort McMurray, Alta, durch die Northwest Territories und den Yukon bis zum Delta Junction in Alaska vor, wo sie an die bestehende Eisenbahnlinie angeschlossen und zu den Häfen in der Nähe von Anchorage weitergeführt werden soll. Die 2.570 Kilometer lange Strecke könnte Güter wie Öl, Kali und Erz, Container-Güter oder sogar Passagiere befördern.

Hauptmotivation zum Bau der A2A-Eisenbahnlinie dürfte der Transport von Erdölprodukten zum Seehafen in Anchorage sein. (Foto: A2A Rail Projekt)

Seit 2015 drängt die «Alaska-Alberta Railway Development Corporation» auf die Eisenbahn, damit sie nordamerikanische Güter über eine weitere Route zu den aufstrebenden Märkten nach Asien bringen könnte.

Die USA sind nur für einen kleinen Abschnitt der vorgeschlagenen Eisenbahn – etwa ein Achtel ihrer Gesamtlänge – zuständig, der südöstlich von Fairbanks bis zur Grenze zum Yukon verläuft. Die kanadischen Behörden kontrollieren den Rest der Strecke, falls sie gebaut wird. Die Bahn würde den Yukon und die südliche Grenze der Nordwest-Territorien durchqueren, bevor sie in südöstlicher Richtung nach Fort McMurray führen würde. Der Vorschlag sieht vor, dass die Eisenbahn privat finanziert und in Privatbesitz sein soll.  Von dem 17-Milliarden-Dollar-Baubudget würden 14 Milliarden Dollar in Kanada verbaut werden. Die verbleibenden 3 Milliarden US-Dollar würden in Alaska ausgegeben.

Die 2.570 Kilometer lange neu zu bauende Bahnstrecke führt grösstenteils durch Kanada und wird am südlichen Ende an das amerikanische Eisenbahnnetz angeschlossen. (Foto: A2A Rail Projekt)

Das Projekt sieht eine eingleisige Streckenführung mit Abstellgleisen und Ausweichstellen vor, damit die Züge in beide Richtungen fahren können. Dazu müssten Schaltanlagen, Wasser- und Abwasseranlagen, Stromleitungen und Glasfaserkabel eingebaut werden. Zurzeit bestehen noch zahlreiche regulatorische und rechtliche Hürden. Nach Baubeginn wird die Fertigstellung voraussichtlich mehr als drei Jahre dauern.

Der Transportweg über Alaska nach Asien wird nach einer Berechnung zum A2A Rail Projekt einige Tage schneller zu bewältigen sein. (Foto: A2A Rail Projekt)

Die Umweltverträglichkeitsprüfungen auf Bundes-, Provinz- oder territorialer Ebene sind noch nicht abgeschlossen, obwohl die Entwicklungsgesellschaft in einer Pressemitteilung vom Juli 2020 erklärte, dass sie eine Ingenieursfirma beauftragt habe, mit den Vermessungsarbeiten entlang des vorgeschlagenen Abschnitts der Strecke in Alberta zu beginnen.

Auch in den USA müssen die Umweltprüfungen und der Landerwerb abgeschlossen sein, bevor die Eisenbahn Wirklichkeit werden kann.

Der Bau und Unterhalt der A2A Rail Bahnlinie soll bis zu 18.000 Arbeitsplätze schaffen.

Kent Fellows, ein Wirtschaftswissenschaftler an der School of Public Policy der Universität Calgary, sagte, dass Öl zwar wahrscheinlich der Hauptantrieb für das Projekt sei, aber nicht der einzige Vorteil, eine Eisenbahnlinie in den Norden zu bringen. „Die Eisenbahn hat im Vergleich zu Pipelines einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Man kann ein wenig diversifizieren, man muss nicht nur Rohöl transportieren. Man kann auch eine Menge anderer Rohstoffe transportieren, solange es einen Markt dafür gibt. Der Marktzugang ist also gross, nicht nur für Rohöl. Neben dem Transport von Waren aus Alberta oder dem Yukon zu den internationalen Märkten könnte die Linie auch für Importe genutzt werden“, so Kent Fellows weiter.

„Die neue Bahnlinie wird neue wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Unternehmen, Gemeinden und indigenen Gemeinschaften in Kanada und Alaska schaffen“, sagte A2A-Gründer Sean McCoshen in einer Pressemitteilung.

Das A2A Rail Projekt, wenn es gebaut wird, soll mehr als 18.000 Arbeitsplätze für kanadische Arbeiter schaffen und bis 2040 60 Milliarden Dollar zum BIP des Landes beitragen wird.

Heiner Kubny, PolarJournal

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