Nunavut’s Kampf gegen COVID geht weiter trotz Lockdown-Ende | Polarjournal
Von den bis gestern verzeichneten 216 Fällen stammen 174 aus Arviat, 21 aus Whale Cove, 19 in Rankin Inlet und 2 in Sanikiluaq. Stand gestern (rot): Nur noch Fälle in Arviat und Whale Cove. Andere Orte in Nunavut verzeichneten keine COVID-Fälle. Tote sind keine zu beklagen, doch einige Patienten mussten nach Winnipeg in Krankenhäuser evakuiert werden.

Die neuesten Zahlen aus dem Hotspot Arviat, wo die meisten COVID-Fälle verzeichnet worden sind, stimmen zwar optimistisch. Denn von den insgesamt 174 positiv getesteten Fällen sind nur noch 46 als «krank» gemeldet. Die restlichen Patienten gelten als geheilt. Auch in Whale Cove sind die meisten Fälle mittlerweile wieder genesen. Trotzdem haben sind über das Wochenende nochmals 10 Personen als COVID-positiv gemeldet worden in den beiden Orten. Dies, nachdem vergangen Mittwoch der zweiwöchige Lockdown in Nunavut beendet worden war, mit Ausnahme von Arviat. Dort gelten immer noch die Ausgangssperren und Schliessungen, wie Nunatsiaq News berichtet, die auch die Zahlen veröffentlicht haben. Gemäss ihrer Statistik sind insgesamt 216 Menschen in den vier Orten Arviat, Whale Cove, Rankin Inlet und Sanikiluaq erkrankt. Davon sind 165 bereits wieder gesund. Zwar sind keine Todesopfer zu beklagen, doch eine nicht näher genannte Zahl von Erkrankten mussten letzte Woche nach Winnipeg evakuiert werden.

Der Lockdown und die sofort ergriffenen Massnahmen der Regierung in Iqaluit (Bild: Parlamentsgebäude) dürften dafür gesorgt haben, dass sich das Virus im Territorium nicht weiterverbreitet haben dürfte. Doch die Gesundheitsbehörden geben keine Informationen über die nach Winnipeg evakuierten Personen, deren Zustand oder deren Ortsherkunft. Bild: Ansgar Walk via Wikpedia

Für Nunavut war der Lockdown zwar nicht der erste, den es zu überstehen galt. Bereits im Frühjahr, als in Kanada die Zahlen in die Höhe schossen, wurde eine entsprechende Massnahme ergriffen. Doch jetzt kam erschwerend dazu, dass gleichzeitig ein Wintereinbruch stattgefunden hatte. Um sicherzustellen, dass die gesamte Bevölkerung gut versorgt war ohne aber auf die Abstandsregeln verzichten zu müssen, wurden Hilfslieferungen und Güter direkt vor die Türe gebracht, wo nötig. Wöchentliche Updates der Behörden sorgten dafür, dass die Bevölkerung zu jedem Zeitpunkt über den Zustand informiert war. Immer noch ist aber unklar, wo der Ursprung der Infektion genau lag. Es ist wahrscheinlich, dass das Virus aus Winnipeg in das Territorium gebracht worden. Denn in Manitoba und dem restlichen Kanada sind die Zahlen immer noch steigend. Gegenwärtig melden die Behörden rund 413’000 Infektionen seit März, wovon 2’628 Menschen gestorben sind. Zurzeit sind knapp 84’000 positive Fälle registriert in ganz Kanada.

Viele Orte in Nunavut sind jetzt im Winter nur per Luft erreichbar und auch nur mit kleinen Maschinen. Dadurch entstehen logistische Schwierigkeiten bei der Auslieferung des Impfstoffes, besonders desjenigen von Pfizer/Biontech. Denn dieser benötigt -80°C Kühlung. Bild: Michael Wenger

Letzten Freitag gab der Gesundheitsminister von Nunavut bekannt, dass zwar die Vorbereitungen für Territorium-weite Impfaktionen laufen. Doch gleichzeitig stösst man auf logistische Probleme, da der Impfstoff von Pfizer/Biontech nur bei -80°C transportiert werden könne, was eine Sendung in die weiter entfernt liegenden Orte schwierig gestalte. Es ist nach Angaben des Leiters für öffentliche Gesundheit, Dr. Michael Pattinson, eher wahrscheinlich, dass man auf das Mittel von Moderna zur Verteilung im Territorium greifen werde, wie Nunatsiaq News berichtet. Insgesamt 25 Gemeinden müssen erreicht werden, viele davon nur per Luft.

Dr. Michael Wenger, PolarJournal

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