Jakutien erhält ein Klein-Kernkraftwerk | Polarjournal
Das Kleinkernkraftwerk in Ust-Kuyga wird bis zu 50 MW Leistung produzieren können und soll nach Angaben von Rosatom 60 Jahre lang in Betrieb bleiben. (Foto: Rosatom)

Die Staatliche Atomenergie-Behörde ROSATOM und die Regierung der Republik Sacha (Jakutien) haben am 23. Dezember 2020 ein Abkommen unterzeichnet. Darin geht hervor, wie die Grundsätze der Stromtarife festgelegt werden sollen, welche im Rahmen des Bauprojekts eines Klein-Kernkraftwerks festgelegt werden. Betrieben wird das Kraftwerk mit einem Reaktortyp RITM-200 und die Anlage soll im Dorf Ust-Kuyga gebaut werden.

Im Ort Ust-Kuyga in Jakutien wird das erste Kleinkernkraftwerk bis im Jahr 2028 in Betrieb gehen. In Pevek ist bereits seit Dezember 2019 das schwimmende Kernkraftwerk am Netz. (Grafik: Heiner Kubny)

Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass er einen weiteren Meilenstein in seinen Plänen zum Bau eines kleinen Atomkraftwerks in der Nähe der Gemeinde Ust-Kuyga in der ostrussischen Arktis erreicht hat.

Im Rahmen der Vereinbarung wird die Regierung der Republik Sacha den Verkauf von 40 bis 50 MW des Stroms des Kraftwerkes sicherstellen. Zudem wird die Regierung ein zum Bau notwendiges Grundstück zur Verfügung stellen. Mit der Inbetriebnahme des Kleinkernkraftwerk wird im Jahr 2028 gerechnet.

Das Kraftwerk-Bauprojekt in Jakutien basiert auf der Referenztechnologie von Rosatom mit «RITM-200-Reaktoren», die unter Berücksichtigung der langjährigen Erfahrungen beim Betrieb von Kleinreaktoren auf Schiffen der russischen Eisbrecherflotte konzipiert wurden. Am 21. Oktober 2020 stiess der Atom-Eisbrecher der neuen Generation, die «Arktika», zur Flotte von Rosatomflot. Weitere sechs «RITM-200-Reaktoren» werden auf den im Bau befindlichen Eisbrechern des Projekts 22220 installiert.

Ein «RITM-200-Reaktoren» im Bau. Die Energietechnik-Unternehmen von Atomenergomash bieten eine komplette Produktionskette für die Erstellung des Kraftwerks RITM-200 – von der Konstruktion und Produktion von Rohlingen bis zur Herstellung und Installation von Geräten. (Foto: Atomenergomash)

Alexey Likhachev, Generaldirektor von Rosatom, erklärte: „Erst kürzlich wurde das schwimmende Kraftwerk «Akademik Lomonosov» im Hafen von Pevek (Tschukotka) in Betrieb genommen, und jetzt, nur wenige Monate später, beginnen wir mit den Arbeiten an der landgestützten Anlage. Es ist wichtig, dass wir in der Arktis bewährte RITM-200-Reaktoreinheiten einsetzen und unseren ausländischen Partnern anbieten. Bislang verfügt nur die Russische Föderation über eine derart moderne und referenzfähige Technologie. Ich bin sicher, dass kleine Kraftwerke eine große Zukunft haben, sowohl in Russland als auch weltweit.

Aysen Nikolayev, Regierungschef der Republik Sacha, sagte: „Ich bin davon überzeugt, dass das Klein-Kernkraftwerk der Entwicklung der arktischen Regionen Jakutiens einen qualitativen Schub geben wird und die industrielle Entwicklung in der Region Ust-Jansk ankurbeln, sowie den Lebensstandard der Anwohner verbessern wird.“

Das geplante Kraftwerk ist kompakt und modular aufgebaut, hat eine kurze Bauzeit und hohe Sicherheitsstandards und wird voraussichtlich mindestens 60 Jahre lang in Betrieb sein. Es wird erwartet, dass sein Bau die Stromkosten im Bezirk Ust-Jansk um fast das Zweifache senken wird.

Der Ersatz der veralteten Kohle- und Dieselerzeugungsquellen durch die Kernkraft-Energie wird es ermöglichen, die CO2-Emissionen im Bezirk Ust-Jansk um 10.000 Tonnen pro Jahr zu reduzieren. Der Bau der Anlage wird eine stabile und saubere Stromversorgung für das Projekt zur Erschließung der Kyuchus-Goldmine im Bezirk Verkhoyanskiy gewährleisten. Während des Baus des Kraftwerkes werden bis zu 800 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Heiner Kubny, PolarJournal

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