Schiffsuntergang vor Nowaja Zemlya | Polarjournal
Das Fischereischiff «Onega» wurde 1979 in Norwegen gebaut. Seine Kapazität beträgt 358 Tonnen und es fährt unter russischer Flagge. (Foto: Okskaya Shipyard)

Am 28. Dezember 2020 um 07:30 Uhr ging die Information über den Untergang des Schiffes «Onega» im Kontrollraum der Hauptverwaltung des russischen Ministeriums für Notfallsituationen im Gebiet Murmansk ein. Nach vorläufigen Informationen waren 19 Personen an Bord. Zwei Personen konnten vom Fischtrawler „Voikovo“ gerettet werden.

Das Schiff war für die Kalinin-Fischerei aus der Region Archangelsk tätig. Das Unternehmen hat bereits zwei weitere Schiffe zur Unglückstelle geschickt. (Bild: Alexander Kokarin)

Wie verschiedene Nachrichtenagenturen berichten ist eine Zusammenarbeit mit dem Marine Rescue Coordination Center und dem Northwest Aviation Search and Rescue Team organisiert worden. Das Maritime Rescue Coordination Centre koordiniert und leitet den Einsatz. Ein Suchflugzeug der Nordflotte ist in Bereitschaft. Das Schiff soll gegen 06:20 Uhr gekentert sein. Im Moment wird der Einsatz durch die kurzen Tageslichtstunden und die widrigen Wetterbedingungen erschwert. Die Wellenhöhe am Standort erreicht 4 Meter und die Lufttemperatur beträgt etwa – 20 Grad Celsius.

Schlechtes Wetter und Vereisung scheint als Ursache in Frage zu kommen

„Wir haben Informationen über den Untergang des Schiffes «Onega» in den Gewässern der Barentssee in der Nähe von Novaya Zemlya aufgrund von Vereisung erhalten. Das Schiff war beim Fischen“, berichtete der Pressedienst. Die Crew der Onega bestand aus 19 Personen.

Die Bundesagentur für Fischerei teilte mit, dass in unmittelbarer Nähe der Unglückstelle sich die Fischereischiffe «Voikovo», «Kapelan» und «Antias» befanden und unverzüglich die Suche nach vermissten Seeleuten aufnahmen. Zwei der 19 Besatzungsmitglieder der «Onega» wurden an Bord der «Voikovo» gebracht. Die zwei geretteten Besatzungsmitglieder des in der Barentssee gesunkenen Fischereischiffes trugen Neoprenanzüge, der Kapitän ist nicht unter ihnen, so eine informierte Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax. Laut der Quelle kann aufgrund schlechten Wetters kein Suchflugzeug eingesetzt werden.

Das Unglück ereignete sich etwa 300 Seemeilen (560 Kilometer) von Murmansk entfernt. (Grafik: Heiner Kubny / Google)

Die geretteten Fischer der «Onega» berichteten vom Tod mindestens eines ihrer Kameraden. Die anderen Besatzungsmitglieder hätten sie aus den Augen verloren. Ihnen zufolge hatte die Besatzung keine Zeit die Rettungsausrüstung zu benutzen. Die Katastrophe trat sehr schnell ein. „Das Unglück ereignete sich bei starkem Sturm, als die Besatzung gerade ein Netz mit dem Fang herauszog. Alle waren in Neoprenanzügen, aber niemand hatte Zeit, die Rettungsausrüstung zu benutzen. Die Seeleute wurden buchstäblich vom Deck ins Meer gespült. Zehn Minuten später rettete die vorbeifahrende «Voikovo» die zwei Fischer“, berichtete eine informierte Quelle gegenüber Interfax. Es besteht kaum noch Hoffnung, eines der vermissten Besatzungsmitglieder in dem eiskalten Wasser lebend zu finden.

Das Fischereischiff «Onega» wurde 1979 in Norwegen gebaut. Seine Kapazität beträgt 358 Tonnen und es fährt unter russischer Flagge. Das Schiff soll am 14. Dezember vom norwegischen Hafen Kirkenes in Richtung Barents Sea gestartet sein.

Heiner Kubny, PolarJournal

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