28 neue Gebietsnamen in der Antarktis | Polarjournal
Das britische Antarktisgebiet wird seit dem 21. Juli 1908 von Großbritannien beansprucht, ist aber international nicht anerkannt. Grossbritannien unterhält innerhalb des Gebietes 3 Forschungsstationen. Größere Teile des Gebiets werden auch von Chile und Argentinien beansprucht. (Foto: BAS)

Im Jahr 2020 jährte sich die Entdeckung des antarktischen Kontinents zum 200. Mal, nachdem 1819 die Süd-Shetland-Inseln entdeckt worden waren. Die Regierung des Britischen Antarktis-Territoriums hat das britische Komitee für antarktische Ortsnamen in diesem Jahr ausdrücklich gebeten, Namen zur Ehrung von Wissenschaftlern, Entdeckern, Logistikern und anderen Personen in Betracht zu ziehen, die einen bedeutenden Beitrag zu Großbritanniens wissenschaftlichem und erforschendem Wirken in der Antarktis geleistet haben.

Auf der antarktischen Halbinsel wurden 28 Gebiete neu bezeichnet und mit Namen von britischen Wissenschaftlern versehen. (Foto: BAS)

In einer Pressemitteilung gab die British Antarctic Survey am 03. Dezember 2020 bekannt, dass 28 neuen Ortsnamen im britischen Antarktisgebiet zur Anwendung kommen werden. „Die Antarktischen Gebietsnamen ehren diejenigen, die in den letzten fünfzig Jahren einen außergewöhnlichen Beitrag zum Verständnis, zum Schutz und zur Bewirtschaftung der Antarktis geleistet haben und deren Errungenschaften neben denen der frühen Entdecker hervorgehoben werden müssen“, wie die BAS schreibt. Viele der geehrten Personen sind oder waren Polarwissenschaftler, darunter sind einige von der British Antarctic Survey, deren Namen in die Karte des Kontinents eingetragen werden.

Francis Peak – anlässlich des 200. Jahrestages der Entdeckung der Antarktis wurden 28 Gebiete zu Ehren der Wissenschaftler des Natural Environment Research Council (NERC) und des British Antarctic Survey (BAS) benannt. Darunter auch die Leiterin der BAS, Dame Jane Francis. (Foto: BAS)

Bei dem Verfahren zur Namensgebung wird vom britischen Komitee für antarktische Ortsnamen bei der Benennung von Orten im Britischen Antarktis-Territorium darauf geachtet, dass diese Namen nach international vereinbarten Regeln erstellt werden. Mit der Bezeichnung soll sichergestellt werden, dass geografische Merkmale eindeutig identifiziert werden können. Wichtig sind dabei die Oberbegriffe, die eine klare Ortsbeschreibung geben, gefolgt von einem spezifischen Namen, der mit geschichtlichen, wissenschaftlichen oder kulturellen Aspekten der Antarktis zusammenhängt. Dabei können es auch Personen sein, „die einen bedeutenden und nachhaltigen Beitrag zur Wissenschaft in der Antarktis geleistet haben“, wie in der Pressemitteilung steht.

In der Liste der neuen Namen werden unter anderem auch die Leiterin der BAS, Dame Jane Francis, und der bekannte BBC-Regisseur Alastair Fothergill, der für viele bekannte BBC-Naturdokumentationen bekannt ist, geführt. Die vollständige Liste der neuen Ortsnamen finden Sie hier…. (engl.)

Neue Namensgebung 2012 führte zu heftigen Protesten

Bereits im Dezember 2012 wurde der südliche Teil des British Antarctic Territoriums in «Queen Elizabeth Land» umbenannt, was zu heftigen Protesten Argentiniens führte. (Karte: Wikipedia)

Eine Umbenennung der Region durch Grossbritannien im Jahre 2012 hatte (wieder einmal) zu einem Disput mit Argentinien geführt, welches denselben Teil der antarktischen Halbinsel als sein eigenes Territorium beansprucht.

Der britische Botschafter in Argentinien wurde damals aufgefordert ,den Beamten in Buenos Aires zu erklären, warum ein Teil der Antarktis zu Ehren der Königin umbenannt wurde. In einer Notiz wurde behauptet, das Gebiet sei Teil des argentinischen Antarktissektors. Die argentinische Regierung hatte damals das Recht Großbritanniens, das Gebiet umzubenennen, „nachdrücklich abgelehnt“.

Queen Elizabeth Land ist mit 169.000 Quadratmeilen fast doppelt so groß wie Großbritannien, war aber damals laut dem britischen Außenministerium zuvor namenlos. Das Vereinigte Königreich hat erstmals 1908 einen Anspruch auf das britische Antarktisgebiet erhoben. Sowohl Argentinien als auch Chile bestehen jedoch darauf, dass sie zuvor Ansprüche auf große Gebiete desselben Landes geltend gemacht hätten.

Heiner Kubny, PolarJournal

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