Russlands Ferner Osten und seine COVID-Zahlen | Polarjournal
Die zum russischen Fernen Osten zählenden Regionen sind unterteilt in Kreise, Territorien und Regionen mit unterschiedlichen Status und verschiedenen Regierungsformen. Viele von ihnen sind schwer zu erreichen und die medizinische Versorgung der teilweise abgelegenen Ortschaften nicht auf die Pandemie vorbereitet gewesen. Karte: Michael Wenger / Google Earth

Die Gebiete, Territorien und Regionen im russischen Fernen Osten gehören zu den abgelegensten Teilen des Landes. Trotzdem hat die COVID-Pandemie seinen Weg auch hierhin gefunden. Vor allem aufgrund der Arbeitskräfte, die aus anderen russischen Regionen kommend, hier arbeiten, konnte das Virus sich in den verschiedenen Oblasts, Krais und Territorien ausbreiten. Die russischen Behörden haben nun die neuesten Zahlen aus den verschiedenen Regionen veröffentlicht.

Die niedrigste Fallzahl weist demnach die halbautonome Region Tschukotka aus. Hier sind hochgerechnet 1’123.4 Fälle pro 100’000 Einwohner bekannt. Im Vergleich dazu zählt die benachbarte Region Magadan mit 5’152.6 pro 100’000 Einwohner eine fünfmal höhere Fallzahl aus. Auch die Region Kamtschatka, südlich von Tschukotka gelegen, zeigt eine dreimal höhere Fallzahl auf und liegt mit 3’467.0 pro 100’000 Einwohner auf Platz 3 im russischen Fernen Osten, knapp hinter der Region Sakhalin mit seinen 3’592.2 Fällen.

Die meisten der knapp 50’000 Einwohner zählenden halbautonomen Region leben in der Hauptstadt Anadyr. Von hier aus gehen auch sämtliche Flugverbindungen in die anderen Regionen des russischen Fernen Osten und nach Moskau ab, die einzige direkte Verbindung zur russischen Hauptstadt. Bild: Heiner Kubny

Begünstigt wird die niedrige Fallzahl in Tschukotka durch den gegenwärtigen Winter. Trotzdem sind gemäss der John-Hopkins-Universität, die seit dem Beginn der Pandemie die Fallzahlen weltweit zusammenträgt, die Zahlen auch in Tschukotka leicht ansteigend. Momentan melden die Behörden dort 556 bestätigte COVID-Fälle, von denen 52 als «krank» gemeldet sind. Zu Beginn des Jahres hatten die Behörden noch sinkende Zahlen gemeldet. Da zurzeit kaum Reiseaktivitäten aufgrund der Winterbedingungen herrschen, ist es unwahrscheinlich, dass sich die neuen Varianten des SARS-CoV2-Virus nach Tschukotka ausgebreitet haben. Eine Bestätigung dieser Annahme durch die Behörden steht aber noch aus. Die Zahl der am oder mit dem Virus verstorbenen wird mit 4 angegeben. In der grössten Stadt des russischen Fernen Osten und Sitz des Ministeriums für die Entwicklung des russischen Fernen Osten und der Arktis, Khabarovsk, sind die Zahlen interessanterweise viel niedriger als in den Regionen von Magadan und Kamtschatka.

Die grösste Stadt im russischen Fernen Osten ist Khabarovsk und ist auch der Sitz des Ministeriums zur Entwicklung des Russischen Fernen Osten und der Arktis. Trotz der Grösse und der Wichtigkeit der Stadt sind die Fallzahlen im gesamten Verwaltungskreis niedriger als in anderen Gebieten. Bild: Ondřej Žváček, CC BY 2.5 Wikimedia Commons

Die Zahlen im russischen Fernen Osten und in ganz Russland sind in den meisten Regionen steigend. Der russische Ferne Osten liegt in der «Pro 100’000 Einwohner» Statistik auf Rang 2. Dies, obwohl Russland als erstes Land einen Impfstoff, Sputnik-V, hergestellt hatte, und auch mit der Impfung begonnen hat. Die Behörden melden, dass gegenwärtig über 1.5 Millionen Einwohner bereits geimpft worden sind (Stand 12. Januar 2021). Wie hoch die Impfrate im Gebiet des russischen Fernen Ostens liegt, ist zurzeit nicht bekannt.

Dr. Michael Wenger, PolarJournal

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