Russlands Arktis-Ministerium erhält drei neue Minister | Polarjournal
Die Entwicklung des russischen Fernen Osten und der Arktis hat vor allem einen wirtschaftlichen Hintergrund. Denn in den kaum erschlossenen Regionen liegen zahlreiche Bodenschätze, die Russland für sich und den globalen Rohstoffmarkt erschliessen will. Bild: Tuomas Romu CC BY-SA 3.0 Wiki Commons

Die Entwicklung des russischen Fernen Ostens und der Arktis ist mittlerweile ein wichtiger Aspekt der russischen Innenpolitik geworden. Das zuständige Ministerium unter Minister Alexey Chekunkov und seine Stellevertreter sind zu wichtigen Figuren geworden. Nach der Rücktrittsankündigung des stellvertretenden Ministers Alexander Krutikov, musste die Lücke rasch gefüllt werden. Ministerpräsident Michail Mishustin hat das riesige Aufgabengebiet, das Krutikov besetzt hatte, in drei Teile gespalten und entsprechend besetzt.

In drei Pressemitteilungen kündigte das Ministerium für die Entwicklung des russischen Fernen Osten und der Arktis (Minvostokrazvitiya) am Wochenende die Ernennung von Gadzhimagomed Guseynov, Anatoly Bobrakov und Marat Shamyunov an. Alle drei werden neu aufgeteilte Bereiche innerhalb des Ministeriums übernehmen. Die Ernennung durch Ministerpräsident Mishustin gilt per sofort.

Zwei der drei neuernannten stellvertretenden Minister: links Gadzhimagomed Guseynov und rechts Anatoly Bobrakov. Guseynov stammt aus Dagestan und Bobrakov aus der Republik Sacha. Bilder: links woman-rambler.ru / rechts vostokventure.ru

Die drei neuernannten stellvertretenden Minister sind keine Unbekannten in der russischen Politik. Guseynov stammt ursprünglich aus der Nordkaukasus-Republik Dagestan und Bobrakov aus dem russischen Fernen Osten, Shamyunov aus Moskau. Der 43-jährige Gadzhimagomed Guseynov aus Dagestan war in den letzten drei Jahren der erste Vorsitzende der Regierung in der Republik Dagestan, davor Abteilungsleiter für Haushaltspolitik im russischen Finanzministerium. Der 1980 in der Republik Sacha geborene Anatoly Bobrakov dagegen war bisher Vizepräsident des russischen Entwicklungsfonds für den Fernen Osten und der Arktis. Der 38-jährige Marat Shamyunov dagegen war Stellvertretender Direktor der Abteilung für rechtliche Regulierung der Haushaltsbeziehungen des russischen Finanzministeriums.

Der seit letztem Januar amtierende Ministerpräsident Michail Mishustin ist nach Präsident Vladimir Putin der mächtigste Mann im Staat. Seine Rolle ist die des Regierungschefs, während Putin als Staatschef fungiert. Mishustin gilt als Technokrat. Bild: Russian Government

Nach dem Willen von Regierungschef und Ministerpräsident Mishustin soll Guseynov die Leitung der drei stellvertretenden Minister übernehmen und direkt dem obersten Chef des Ministeriums, Alexey Chekunkov, unterstehen. Seine Aufgabengebiete werden Präferenzregime, Baufragen, Land und Eigentumsbeziehungen und Haushaltsinvestitionen umfassen. Anatoly Bobrakov wird im Ministerium die Themen Investitionen, öffentlich-private Partnerschaften, Digitalisierung, Innovationspolitik und internationale Beziehungen überwachen. Und Marat Shamyunov wird sich mit Fragen der sozialen Entwicklung, der Haushaltspolitik und der Umsetzung staatlicher Programme zur Entwicklung der Regionen befassen. Die Aufteilung der bisher von Alexander Krutikov gehaltenen Aufgaben und Ernennung von Wirtschafts- und Entwicklungsexperten kommt nicht überraschend, da Russland die Entwicklung der Regionen im russischen Fernen Osten und in der Arktis vorantreiben will. Denn das Ganze ist von Präsident Putin zur Chefsache erklärt worden, der gefordert hat, dass u.a. bis im Jahr 2024 rund 80 Millionen Tonnen Güter allein durch die Nordostpassage transportiert werden soll.

Dr. Michael Wenger, PolarJournal

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