Grönland – Suche nach Uran bewilligt! | Polarjournal
Noch hat sich der Wirbel um das Kvanefjeld-Projekt zur Suche nach ’Seltener Erde’ und Zink nicht gelegt und schon erteilen die Grönländischen Behörden eine Bewilligung zur Suche nach Uran. (Foto: Ministry of Mineral Resources Greenland)

Während die Debatte über das Kvanefjeld-Projekt zum Abbau seltener Erde in vollem Gange ist, hat die Regierung Grönlands dem französischen Unternehmen Orano SA in zwei Gebieten die Bewilligung zur Suche nach Uran erteilt. Die Gebiete befinden sich im Südwesten Grönlands und weiter nördlich davon. Die Genehmigung gibt Orano das Recht, Testbohrungen unter bestimmten Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen durchzuführen. Bei der Bevölkerung sind beide Projekte sehr umstritten.

Grönland ist reich an Rohstoffen und wird deswegen von diversen Grossmächten umworben. (Foto: Ministry of Mineral Resources Greenland)

Das französische Unternehmen Orano Mining Limited hat gerade zwei Gebiete im Südwesten Grönlands und etwas nördlicher davon für die Suche nach Uran reserviert. Das erste Gebiet liegt nördlich von Arsuk und Narsarsuaq und ist 1,042 Quadratkilometer groß. Das zweite Gebiet ist 2,485 Quadratkilometer groß und besteht aus zwei Teilgebieten rund um die Fjorde Ilulileq und Paatsusoq bzw. den Fjord Kangerlussuatsiaq. Die Genehmigungen werden jedoch zu Sonderbedingungen erteilt, bei denen das Unternehmen nicht automatisch mit einer Nutzungsgenehmigung rechnen kann.

Die Zeitung Sermitsiaq berichtet: ʺWenn es dem Unternehmen gelingt, Uran zu entdecken, wird es für die Selbstverwaltung und die Politik eine Frage sein, ob das Unternehmen die Möglichkeit erhalten soll, eine Nutzungsgenehmigung zu erhaltenʺ.

Die bewilligten Gebiete zur Uran-Suche befinden sich im Süden und in der Mitte der Westküste von Grönland. (Grafik: Heiner Kubny)

Im Gegensatz zum Kvanefjeld-Projekt, bei dem sich Greenland Minerals auf ‘Seltene Erden’ konzentriert und bei dem radioaktives Material nur ein Nebenprodukt ist, sind die Explorationsgebiete von Orano viel weiter von den bewohnten Gebieten entfernt.

Mehrere Verbände und Politiker haben jedoch gefordert, das Projekt wegen Bedenken hinsichtlich der radioaktiven Kontamination durch Uran einzustellen.

Frankreich ist das europäische Land, welches am meisten Kernkraftwerke betreibt. Das unter staatlicher Kontrolle betriebene Unternehmen hat an mehreren Orten der Welt Uranabbauprojekte. So soll der Betrieb der eigenen Kernkraftwerke sichergestellt werden. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 16,000 Mitarbeiter.

Gemäss Website der Orano-Gruppe mit Sitz in Paris ist das Unternehmen ein staatlicher Industriekonzern, der auf dem Gebiet der Herstellung und des Verkaufs von Nukleartechnik-Anlagen und Brennstoffen zu deren Betrieb tätig ist.

Die Orano-Gruppe ist 2017 aus der ehemals börsennotierten Areva-Gruppe hervorgegangen. Der Konzern ist mehrheitlich im Besitz des französischen Staates.

Heiner Kubny, Polarjournal

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