Iglus für Pinguine in der Antarktis? | Polarjournal
Nach einer Idee des iranischen Architekten Sajjad Navidi könnte es in einigen Jahren in der Antarktis ‘zivilisierter’ aussehen. (Foto: Sajjad Navidi)

Es gibt Berufsgruppen, die sind besonders kreativ. Dazu gehören mit Bestimmtheit die Architekten. Immer wieder werden wir überrascht von überragenden Ideen, aber auch von an die Grenzen des Machbaren gehenden Projekten. Architekten und Designer erstellen Vorschläge, die neue Arten des Lebens, Arbeitens und Spielens konstruieren und organisieren. «ArchDaily», die Plattform für Architektur, hat letzte Woche auf ihrer Website Projekte gezeigt, welche nie gebaut wurden. «ArchDaily» ist die meistbesuchte Architektur-Website weltweit, mit über 500.000 Lesern pro Tag und etwa 160 Millionen Seitenaufrufen pro Monat.

Die Pinguin-Iglus von unter betrachtet. Entspannt gleiten die Pinguine bei der Futtersuche durchs Wasser. Nur hat sich diese Pinguinart in der Navigation etwas vertan. Magellan-Pinguine wird man nie in eisigen Gewässern der Antarktis antreffen. (Foto: Sajjad Navidi)

Eine der aussergewöhnlichsten Ideen schuf der iranische Architekt Sajjad Navidi, scheinbar ein Pinguin-Fan. Extreme Wetterbedingungen erfordern Ort bezogene architektonische Ansätze. Von sandigen Wüsten bis hin zu kaltem, eisigem Klima ist die Art und Weise, wie wir bauen, eng mit dem Standort verbunden. Bei Sajjad Navidi geht es um Unterkünfte für Pinguine. Ob diese jedoch daran Freude hätten, konnte zum heutigen Zeitpunkt noch nicht in Erfahrung gebracht werden.

Poröser Raum, inspiriert von Seeschwämmen, unter dem sich die Pendelstruktur durch Meereswellen bewegt und den für den Betrieb des Kühlsystems erforderlichen Strom liefert. Dieses System ist von Natur aus unabhängig und trennt sich bei Bedarf intelligent und bewegt sich auf sie zu, indem es schmelzende Eisflächen identifiziert. (Foto: Sajjad Navidi)

Der Entwurf von Sajjad Navidi steht für ein innovatives System, das die Aufzucht von Pinguinen unterstützen und gleichzeitig das Schmelzen des polaren Eises in der Antarktis kontrollieren soll. Das Projekt wurde im Rahmen eines Wettbewerbs konzipiert, der von der französischen Organisation «Fondation Jacques Rougerie» ins Leben gerufen wurde. Das „Pinguinschutzsystem“ von Navidi erreichte das Finale und belegte in der Kategorie „Innovation für das Meer“ den 7. Platz unter den Top-12-Projekten.

Iglo für Pinguine? Der iranische Architekt Sajjad Navidi hat vorerst mal Pläne dazu gezeichnet und beim Wettbewerb „Innovation für das Meer“ den 7. Platz erreicht.
Kaiserpinguine brüten während des kalten antarktischen Winters, wo die Temperaturen -30 ° C und darunter erreichen können. Um Energie zu sparen und sich vor Kälte zu schützen, verfolgen sie eine Verhaltensstrategie, bei der sie sich in großen Gruppen zusammenschließen. (Foto: Sajjad Navidi)

Die kuratierte Auswahl der besten ungebauten Architektur konzentrierte sich auf verschiedene Typologien in heißen und kalten Klimazonen auf der ganzen Welt. Sie stammen aus einer Reihe von Unternehmen und lokalen Kontexten und stellen Vorschläge dar, die von der «ArchDaily»-Community eingereicht wurden. Sie erforschen alles von generativem Design über einen Wüstenschutz in Siwa und einer Reihe von Iglu-Lebensräumen für Pinguine in der Antarktis.

PolarJournal verfolgt das Projekt Iglu in der Antarktis und wir sind gespannt, ob die Pinguine sich zivilisieren lassen und dort einziehen werden!

Heiner Kubny, PolarJournal

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