Eisbrecher «Arktika» wieder flott | Polarjournal
Die «Arktika» hat nach einer länger andauernden Reparatur Murmansk wieder verlassen. (Foto: Rosatom)

Das modernste Schiff der Eisbrecher-Flotte Russlands, die «Arktika» ist nach längerem Aufenthalt in Murmansk wieder unterwegs. Verlassen hat der Eisbrecher Murmansk am 21. Februar, nachdem es seit Mitte Dezember für eine Reparatur vor Anker lag. Laut dem Eigner Rosatom war die «Arktika» von einem technischen Problem mit ihren Niederdruckzylindern betroffen.

Der Eisbrecher hat auf seiner Fahrt nach Sabetta Novaya Zemlya umrundet und hat am 25. Februar die Mündung des Ob vor Sabetta erreicht.

Gemäss dem stellvertretenden Generaldirektor von Rosatom, Vyacheslav Ruksha, soll das Fehlen eines geeigneten Öldampfabsaugsystems in den Niederdruckzylindern es notwendig gemacht haben, den Eisbrecher zur Reparatur nach Murmansk zu holen. Die «Arktika» hat am 21. Februar Murmansk mit dem Ziel Sabetta verlassen und soll wie geplant wieder im Dienst als Lotsenschiff eingesetzt werden.

Eisbrecher der neusten Generation

Eisbrecher des Projekt 22220 sind derzeit die größten und leistungsstärksten Eisbrecher, welche in den nächsten Jahren in Betrieb gehen werden. Insgesamt sollen 5 dieser leistungsstarken Schiffe gebaut werden. Als erstes dieser Serie ist vor Monaten die «Arktika» vom Stapel gelaufen.

Die neuen Eisbrecher sind zum Begleiten von Schiffen in der Arktis sowie zum Schleppen von Schiffen und anderen schwimmenden Strukturen in Eis und offenen Gewässer vorgesehen. Das nächste Schiff der Linie, die «Sibir», soll Ende 2021 in Dienst gestellt werden, während das letzte Schiff der Flotte, die «Chukotka», Ende 2026 fertig sein soll.

Die «Arktika» wird nun wie geplant wieder Lotsendienste in den vereisten Gewässern der Arktis für Frachtschiffe übernehmen. (Foto: Rosatom)

«Arktika» mit diversen Problemen

Während der Probefahrten in der Ostsee im Februar 2020 verursachte ein Kurzschluss schwere Schäden an der Wicklung eines der drei Elektromotoren an Bord des Eisbrechers «Arktika». Die Probefahrt wurde danach mit nur zwei funktionierenden Motoren fortgesetzt.

Wie die russische Zeitung Kommersant damals berichtet hatte, konnte der defekte Motor gemäss einer Untersuchungskommission nicht an Bord der «Arktika» repariert werden. Die einzige Möglichkeit, den Motor auszutauschen, bestand darin, ein Loch in den Aufbau zu schneiden. Dies ist ein umfassender Vorgang, der nur ausgeführt werden kann, wenn das Schiff angedockt ist. Laut einem Artikel auf Bellonas Portal beträgt das Gewicht des 20-MW-Elektromotors 300 Tonnen. Ein Austausch des Motors kann nicht vor 2021 passieren.

Mit nur zwei seiner drei Motoren ging dann die «Arktika» am 22. September 2020 auf seine Jungfernfahrt in die Arktis. Bevor das Schiff am 12. Oktober 2020 in der Heimatbasis Murmansk eintraf, wurde es mit einer Fahrt zum Nordpol auf seine Eistauglichkeit getestet. In 21 Tagen legte die «Arktika» etwa 4.800 Seemeilen zurück. Bis zur aktuellen Reparatur war der Eisbrecher während mehreren Einsätzen in der Arktis unterwegs.

Heiner Kubny, PolarJournal

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