Befremdliches Eisbären-Hotel in China eröffnet | Polarjournal
Das neue Hotel in Harbin zeigt die Eisbären hinter Panzerglas ‘hautnah’ und verspricht vollmundig nachts mit ihnen «zusammen zu schlafen». (Foto: Harbin Polar Park)

In der nordchinesischen Stadt Harbin wurde ein neues Hotel eröffnet – im Mittelpunkt stehen Eisbären. Das Hotelgebäude wurde um ein Eisbärengehege herum gebaut, um den Gästen permanenten Blick auf die Tiere zu ermöglichen. Der Aufschrei war gross, Tierschutzorganisationen reagieren mit Empörung über die Eröffnung des neuen Hotels.

Gefahrlos den Eisbären ganz nah. Ob diese daran Freude haben ist zu bezweifeln. (Foto: Harbin Polar Park)

Stolz verkünden die Betreiber des «Harbin Polar Park», vor kurzem das «Das erste Eisbärenhotel der Welt» eröffnet zu haben.

Das beleuchtete Gehege besteht aus künstlichen geformten Steinen und einem weiss gestrichenen Betonboden. Der «Harbin Polar Park» ist so gebaut, dass alle 33 Zimmer freien Blick auf das Gehege haben.

Die Hotelwebsite verspricht: ʺAus jedem Raum können Sie den Eisbären durch ein Panzerglas zusehen und nachts mit ihnen «zusammen schlafen»ʺ. Weiter ist da zu lesen: ʺBesucher können auf den Eisbären herabblicken und beim Essen mit dem Eisbären speisen, und: Sie können die Eisbären rund um die Uhr während 24 Stunden begleitenʺ.

Das Projekt kostete 100 Millionen Yuan, umgerechnet knapp 13 Millionen Euro. Das Hotel wurde gemeinsam von der berühmten russischen Designerin Kozylenko Natalia Yefremovna und der berühmten japanischen Designerin des Themenparks Shuji Miyajima entworfen.

Besucher können auf den Eisbären herabblicken und beim Essen mit dem Eisbären speisen. Die ganze Aufmache und die Anlage erscheinen schon ziemlich kitschig. (Foto: Harbin Polar Park)

Lücken im chinesischen Tierschutzgesetz

Tierschützer fordern nun die Kunden auf, das Hotel zu boykottieren. «Bleiben Sie diesem Hotel fern, das vom Elend der Tiere profitiert», heisst es auf Social Media. 

„Eisbären gehören in die Arktis, nicht in Zoos oder Glaskästen in Aquarien – und schon gar nicht in Hotels“, sagte Jason Baker, Vizepräsident von Peta Asia.

„Lücken im chinesischen Tierschutzgesetz ermöglichen es Unternehmen, Tiere ohne Rücksicht auf ihr Wohlergehen auszubeuten“, sagte ein Sprecher des China Animal Protection Network.

Nach Spekulationen über die Herkunft des Coronavirus haben chinesischen Behörden das Gesetz geändert, um den Verzehr von Wildtieren als Lebensmittel zu verbieten.

Die Verwendung von Teilen gefährdeter Arten in der traditionellen Medizin ist jedoch nach wie vor erlaubt und weit verbreitet. Ein anderes Übel sind chinesische Zirkusse und Zoos, die seit jeher wegen schlechter Standards bei der Unterbringung und Pflege von Tieren kritisiert werden.

Heiner Kubny, PolarJournal

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