UPDATE: Japan’s neuer Eisbrecher im Detail | Polarjournal

UPDATE: Das JAMSTEC hat mehr Informationen über seinen geplanten Eisbrecher veröffentlicht. In einem Informationsvideo hat die Agentur for marine Wissenschaft und Technologie seinen noch namenlosen Forschungseisbrecher lebendig werden lassen. In dem 6-minütigen Video werden zum einen die Spezifikationen und die Ausrüstung vorgestellt. Zum anderen sind auch die verschiedenen Forschungszweige, die mit dem neuen Schiff bedient werden sollen, Teil der Präsentation. Der Eisbrecher soll nach den Plänen der JAMSTEC eine PC4-Eisklasse erhalten. Dies wird es erlauben, bis zu 1.2 Meter dickes einjähriges Eis mühelos mit 3 – 4 Knoten brechen zu können. An Bord soll auch ein Dopplerradar installiert werden, um meteorologische Daten auch über die Entstehung von Tiefdruckgebieten direkt in der Arktis zu erheben. Dies macht das Schiff einzigartig, da kein anderer Eisbrecher über ein solches Radar verfügt, erklärt JAMSTEC im Video. Ausserdem soll ein CTD-Messgerät für ozeanographische Messungen an Bord sein. Ein weiteres Werkzeug für die Erforschung von Meereis sollen autonome Unterwasserdrohnen sein, die zurzeit bei JAMSTEC entwickelt werden. Diese kleinen Drohnen sollen unabhängig vom Schiff aus unter dem Eis operieren können und Daten über das Meereis und Organismen liefern. Als Transmitter für die Daten soll die Drohne mit Flugdrohnen interagieren können, und so Daten von über dem Eis und unter dem Eis erheben zu können und zurück zum Schiff bringen zu können, ein weiteres Novum. Für JAMSTEC ist auch die Kooperation mit anderen Arktisnationen wichtig und bietet daher an, in gemeinsamen Forschungsfahrten dem Arktischen Ozean seine Geheimnisse zu entlocken.

In dem 6-minütigen Video (Sprache: Englisch) wird Japan’s neuer Eisbrecher genauer vorgestellt und auch die Forschungsbereiche, die das Schiff unterstützen soll. Video: JAMSTEC
Zur Ausstattung des neuen Schiffes gehören ein Hubschrauber, eine Drohne und ein autonomes Unterwasserfahrzeug. (Foto: JAMSTEC)

Die japanische Agentur für marine Wissenschaft und Technologie (JAMSTEC) wird im Jahr 2021 mit dem Bau eines neuen grossen Eisbrechers beginnen, um in der Nordpolregion zu forschen. Zur Begründung für einen neuen Eisbrecher meint die Agentur, sei die Arktisforschung schon aus wissenschaftlichen Gründen gerechtfertigt. Zudem würde angesichts des sich ändernden Klimas und auch aus geopolitischen Gründen der Einsatz in der Arktis an Bedeutung gewinnen, da das schmelzende Meereis neue Ressourcen aufdeckt und die globalen Handelswege beeinflusst.

Der japanische Eisbrecher «Shirase» ist in das Programm der Japanischen Antarktisforschung integriert. Das Schiff hat eine Verdrängung von 25.000 t bei einer Abmessung von 138×28×5,9 m und einem Tiefgang von 9,2 m. (Foto: Wikimedia)

Das neue Forschungsschiff mit einem Gesamtpreis von 33,5 Milliarden Yen (255 Millionen Euro) wird voraussichtlich so groß wie der derzeitige Eisbrecher «Shirase» sein, den Japan für die Forschung in der Antarktis einsetzt. Die «Shirase» kann bis zu 1,5 Meter dickes Eis brechen.

JAMSTEC hofft, dass das neue Schiff es Forschern ermöglichen wird, den Nordpol zu erreichen und Wintersaison-Beobachtungen in der Arktis durchzuführen, die bisher noch nicht durchgeführt wurden.

Nach dem Plan von JAMSTEC wird das neue Schiff 128 Meter lang und 23 Meter breit sein und 13’000 Tonnen wiegen. Es wird in der Lage sein, durch 1,2 Meter dickes Eis zu navigieren. Zur Ausstattung des neuen Schiffes gehören ein Hubschrauber, eine Drohne und ein autonomes Unterwasserfahrzeug. Es wird mit einer Kapazität von 99 Personen gerechnet und ganzjährige Einsätze durchgeführt werden.

„Der Wandel in der Arktis ist kein Problem einer weit entfernten Region“, sagte Hiroyuki Enomoto, Vizedirektor des Nationalen Instituts für Polarforschung. „Vielmehr betrifft es den gesamten Globus, einschließlich Japan.“ (Foto: sr.rois.ac)

Das Ministerium setzte ein Überprüfungskomitee ein, um seine Beobachtungspolitik für das Arktische Meer zu erörtern, das Ende letzten Jahres einen Bericht verfasste. „Es ist angebracht, ein Schiff zu bauen und zu betreiben, das in der Lage ist, Eis zu brechen, um Beobachtungen im Meereis durchzuführen, wo es nur sehr wenige meteorologische und ozeanische Daten gibt“, hieß es.

Hiroyuki Enomoto, Vizedirektor des japanischen Polarfoschungsinstitutes sagte, es sei wichtig, die Wassertemperatur und die Salzdichte unter dem Meereis zu beobachten, insbesondere weil sie mit der in die Atmosphäre und den Ozeanwasserkreislauf abgegebenen Wärme und Feuchtigkeit zusammenhängen.

„Das macht Beobachtungsmissionen notwendig, um genaue Vorhersagen über die globale Erwärmung und das Schmelzen des Meereises zu treffen“, sagte er. Die Beobachtung der Arktis kann auch zu einem besseren Verständnis der Taifune und Kältewellen führen, die sich Japan nähern und die Insel treffen würde.

Heiner Kubny, PolarJournal

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