Stipendium für angehende Polarforscher zu vergeben | Polarjournal
Die Antarktis ist ein international verwaltetes Gebiet, wo Forschung im Mittelpunkt steht. Denn die abgeschieden wirkende Region steht in vielerlei Hinsicht mit der restlichen Welt in Verbindung und beeinflusst Wetter, Ozeane und auch Politik. Daher sind zahlreiche Forschungsstationen etabliert worden, wie beispielsweise Palmer Station nahe der antarktischen Halbinsel. Bild: Michael Wenger

Die Antarktis war seit jeher ein Ort des Friedens und vor allem der Wissenschaft. Seit die ersten Entdecker im frühen 19. Jahrhundert die Region besuchen, stand die Erforschung dieser eigentlich abgeschieden wirkenden Region im Vordergrund. Mittlerweile sind zahlreiche Stationen in und rund um Antarktika entstanden und tausende von Wissenschaftlern versuchen, ihre Geheimnisse zu enträtseln. Die IAATO und die COMNAP (Leitungsrat der nationalen Forschungsprogramme) haben ein gemeinsames Stipendienprogramm für angehende Polarforscher offen und freuen sich auf Bewerber, die ihre Wissenschaftskarriere der antarktischen Welt widmen wollen.

„Wir waren von der Reaktion in den vergangenen Jahren begeistert, wissen jedoch, dass jetzt für viele eine ungewisse Zeit herrschte.“

Amanda Lynnes, Leiterin Umwelt- und Wissenschaftskoordination IAATO

Die Internationale Vereinigung der Reiseveranstalter der Antarktis (IAATO) hat in Zusammenarbeit mit dem Rat der Manager der Nationalen Antarktisprogramme (COMNAP) am 15. März die Suche nach dem nächsten Empfänger eines IAATO-Antarktis-Stipendiums in Höhe von 15’000 USD gestartet. Das von der IAATO finanzierte Stipendium, das bereits im dritten Jahr stattfindet, ist eine Investition in die berufliche Entwicklung talentierter Nachwuchswissenschaftler und -forscher und soll das Verständnis der menschlichen Anwesenheit in der Antarktis fördern.

Auf Schiffen der IAATO-Mitglieder können Reisende auch an sogenannten Citizen Science Projekten teilnehmen. Dabei werden interessierte Teilnehmer von Wissenschaftlern angeleitet und in wissenschaftliche Projekte eingeführt. Eines davon ist Fjordphyto, welches die Planktongemeinschaften entlang der Antarktischen Halbinsel untersucht. Bild: Rutger Bianchi via IAATO

Amanda Lynnes, Direktorin für Umwelt- und Wissenschaftskoordination bei IAATO, erklärt: «Trotz der durch die Pandemie verursachten Herausforderungen setzt sich unsere Mission fort, ebenso wie unser Engagement für die Unterstützung von Nachwuchsforschern. Wir freuen uns daher, das Stipendium für ein drittes Jahr zurückzubringen. Wir waren von der Reaktion in den vergangenen Jahren begeistert, wissen jedoch, dass jetzt für viele eine ungewisse Zeit herrschte. Wir möchten daher nicht, dass sie diese Gelegenheit verpassen, indem wir davon ausgehen, dass wir das Stipendium dieses Jahr nicht ausschreiben.» Das IAATO Antarctic Fellowship Stipendium ermöglicht es Berufseinsteigern, mit einem Projektteam aus einem anderen Land zusammenzuarbeiten, neue Möglichkeiten zu eröffnen und häufig Partnerschaften aufzubauen, die viele Jahre und über viele Feldsaisonen in der Antarktis hinweg Bestand haben.

Das Stipendium wurde 2019 ins Leben gerufen und ermöglichte damals zwei Empfängern, die beide an ihrem Doktorat arbeiteten, ihre Forschungen fortzusetzen. Martina Mascioni von der Universität La Plata, Argentinien, analysiert Phytoplanktonproben, die seit 2017 von einem Citizen Science-Projekt namens FjordPhyto von IAATO-Schiffen aus entnommen wurden, und Daniela Cajiao Vargas von der Freien Universität Madrid, die zwei verschiedene Bereiche von Antarktisreisen untersucht, um herauszufinden, wie solche Antarktisreisen die Erfahrung und das Verständnis über die Region beeinflussen. Trotz Pandemie wurde auch letztes Jahr das Stipendium verliehen. Der letztjährige Empfänger, Miguel González Pleiter von der Universität von Alcala, Spanien, wird seine Forschungen zum Verständnis der Folgen des Eintrags von Mikroplastik in die antarktische Umwelt fortsetzen. Insbesondere wird er Mikroplastik im Süsswasser der Antarktis untersuchen, um dessen Rolle bei der potenziellen Verbreitung von Antibiotikaresistenzgenen in unberührten Ökosystemen zu verstehen. Martina Mascioni meint zum Stipendium: «Für mich als Doktorandin sehe ich das IAATO-Stipendium als hervorragende Gelegenheit, neue Techniken zu lernen, neue Verbindungen herzustellen und gemeinsam mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Was wäre die antarktische Wissenschaft ohne die Zusammenarbeit zwischen den Ländern?» Doch wer sich noch bewerben will, muss sich beeilen. Denn der Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2021. Weitere Informationen und Anmeldungsmöglichkeiten findet ihr am Ende.

Quelle: IAATO Presse-Mitteilung

Link zu mehr Informationen (in Englisch): https://iaato.org/supporting-science/the-iaato-antarctic-fellowship/

Link zum Download der Bewerbungsunterlagen: 2021_IAATO_Fellowship_Eligibility_Application_Pack

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