«Arctic Connect» verzögert sich | Polarjournal
Die Glasfaser-Verbindung «Arctic Connect» soll Europa mit Fernost verbinden. (Foto: Arctic Connect)

Wie russische Nachrichtenagenturen berichteten, soll das Projekt zum Bau einer Unterwasser-Glasfaser-Kommunikationsleitung neu überarbeitet werden. «Arctic Connect», mit einer Kapazität von 200 Tbit/s, sieht den Bau einer Unterwasser-Glasfaserverbindung von Europa nach Asien, mit einer Länge von 10.000 km entlang der arktischen Küste Russlands vor. Das Projekt soll bis zu 1,2 Milliarden Euro kosten.

Im Sommer 2020 verbrachte ein russisches Vermessungsschiff drei Monate in den Gewässern der Nordost-Passage, um mögliche Verlegungsrouten für das Kabel zu kartieren. Geplant war im Sommer 2021 die Vermessungen und Kartierungen fortzusetzen, um danach mit der Verlegung der Kabel zu beginnen. Nach den Plänen der Betreiber hätte die Kabelverbindung ab 2023 in Betrieb gehen können. Daraus wird zur Zeit noch nichts, «Megafon» und sein finnischen Partner «Cinia» wollen das ganze Projekt nochmals überarbeiten.

Nach dem Plan von «Megafon» und «Cinia» hätte mit der Verlegung der Glasfaser-Kabel demnächst begonnen werden sollen und im Jahr 2023 in Betrieb gehen. (Foto: Arctic Connect)

„Wir haben uns entschieden, die Struktur und Wirtschaftlichkeit des Projekts «Arctic Connect» zu überdenken und brauchen noch etwas Zeit für eine solche Reorganisation“, teilte Megafon gegenüber der Nachrichtenagentur TASS mit. „Seit 2019 haben wir sowohl auf See als auch an Land grosse Arbeiten durchgeführt und alle diese Studien werden in Zukunft verwendet, wenn wir uns entschieden haben mit dem Projekt fortzufahren“, informiert das Unternehmen.

Die Zeitung ‘Vedomosti’ behaupte, dass die Aussetzung des Baus mit der Verzögerung der Verhandlungen über die Umsetzung des Projekts durch die japanische Seite verbunden ist. „An dem Projekt beteiligen sich die japanische Handels- und Investmentgesellschaft «Sojitz Corporation» und ihre Partner, mit dem im vergangenen Jahr ein Kooperationsvertrag unterzeichnet wurde. Allerdings ziehen seine Strukturen unter verschiedenen Vorwänden die Verhandlungen über die Kofinanzierung des Projekts und die Bereitstellung von Dienstleistungen in die Länge, um angeblich eine Verbindung zu einem neuen Kundennetzwerk in Japan herzustellen. Vieles dieser Aussagen schein wirken weit hergeholt“, meinte ein Megafon-Sprecher.

Das Verlegungsschiff von «Arctic Connect» wird wohl noch etwas zuwarten, bis es zur Kabelverlegung zum Einsatz kommt. (Foto: Arctic Connect)

«Polar Express», ein weiteres Projekt zur Verlegung einer Glasfaserverbindung, ist dadurch nicht betroffen. «Polar Express» wird Teriberka, nördlich von Murmansk gelegen und Wladiwostok an der russischen Pazifikküste verbinden. Das Projekt wird von russischen Bundesbehörden unterstützt und verbindet die abgelegenen Orte entlang der Nordost-Passage. „Die Tiefseekabelverlegung beginnt Anfang Juni dieses Jahres“, sagte der stellvertretende Verkehrsminister Aleksandr Poshivay Anfang 2021.

Heiner Kubny, PolarJournal

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