Polarforscher Dixie Dansercoer stirbt auf Expedition | Polarjournal
Dixie Dansercoer, Archivfoto von 2008. (Foto: Belga/Belgica Expedition)

Der bekannte belgische Polarforscher und Abenteurer Dixie Dansercoer (58) starb am Montagabend während einer Expedition in Grönland, wie mehrere Medien bestätigten. Im letzten Monat brach Dansercoer zusammen mit dem Kanadier Sébastien Audy und der Niederländerin Johanna Adriana Simone Maria zu einer Expedition nach Grönland auf. 

„Dixie ist letzte Nacht in eine tiefe Gletscherspalte gefallen. Eine Rettungsaktion wurde eingeleitet, aber leider war es zu spät. Wir haben dies von Grönland bestätigt bekommen“, sagte Stefan Maes, der sich um die Pressearbeit von Dansercoer kümmerte, gegenüber der belgischen Zeitung ‘De Standaard’. Sein Partner Sébastien Audy blieb unverletzt, steht aber unter Schock. Er alarmierte die Rettungsdienste, Da aber die Gegend sehr abgelegen ist, war es laut lokalen Medien eine schwierige Operation.

Nach Angaben der grönländischen Polizei kam am Montag, 7. Juni 2021, um 17 Uhr der Notruf rein. Ein Hubschrauber mit Feuerwehrleuten und einem Kletterer wurden an die Unfallstelle geschickt. Der Kletterer fand den Schlitten von Dixie Dansercoe in 25 Metern Tiefe. Da die Spalte weit in die Tiefe führte und nach weiteren 15 Metern Abstieg immer noch keine Spur des belgischen Polarforscher entdeckt werden konnte, wurde die Suche beendet und Dixie Dansercoe für tot erklärt, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung an die grönländischen Medien.

Das Ziel der Expedition von Dixie Dansercoe, Sébastien Audy und Johanna Adriana Simone Maria war die Durchquerung des grönländischen Eisschildes von Süden nach Norden. Startpunkt die Ortschaft Narsarsuaq und das Ziel die Ortschaft Qaanaaq (Thule) im Norden von Grönland. Der Unfall geschah nahe Kullorsuaq, in der Nähe von Upernavik. Karte: Michael Wenger via Google Earth

Das Ziel der Entdecker war die Überquerung des grönländischen Eises von Narsarsuaq nach Qaanaaq, eine Reise von rund 2.200 Kilometern, die sie mit Kites (Lenkdrachen) zurücklegen wollten.

Während der Reise wurde wissenschaftlich zum Klimawandel geforscht, aber auch sportliche Herausforderungen in einer extremen Umgebung standen im Fokus, berichteten diverse Medien. Die Durchquerung sollte etwa 30 bis 35 Tage dauern. Die Abenteurer führten einen Blog und teilten Fotos ihrer Reise auf Instagram. Der letzte Bericht auf der Polar Experience-Website wurde am Montag, dem 7. Juni, veröffentlicht, als das Trio den 31. Tag seiner Mission erreicht hatte und noch 443 Kilometer zurückzulegen hatte, um sein Ziel zu erreichen.

In der Zwischenzeit sprach der belgische Premierminister Alexander De Croo Dansercoers Familie und Freunden sein Beileid aus und beschrieb ihn als „grenzenlosen Abenteurer und Klimaverfechter“.

Quelle: Diverse belgische Medien / Heiner Kubny, PolarJournal

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