Fischerei-Verbot im zentralen Arktischen Ozean | Polarjournal
Nebelbogen im Arktischen Ozean. Durch den Klimawandel und die daraus folgende Eisschmelze könnte das Gebiet in Zukunft für die kommerzielle Fischerei von Interesse sein. (Foto: Heiner Kubny)

Ein historisches Abkommen zur Verhinderung der unregulierten Hochseefischerei im zentralen Arktischen Ozean trat am 26. Juni 2021 in Kraft, nachdem es 2018 von mehreren Ländern, darunter Norwegen, Dänemark, Island und China, unterzeichnet wurde. Angesichts des Klimawandels, der dazu führt, dass das arktische Eis in alarmierendem Tempo schmilzt, öffnet sich der zentrale Arktische Ozean nun einem zunehmenden internationalen Interesse, einschließlich des Potenzials für kommerzielle Fischerei und Schifffahrt.

Russische Fischtrawler im Fischereihafen von Kirkenes warten auf ihren Einsatz. (Foto: Heiner Kubny)

Bereits im Jahr 2012 unterzeichnete eine Gruppe von mehr als 2.000 Wissenschaftlern aus 67 Ländern ein Moratorium für die kommerzielle Fischerei in der Arktis. Die Wissenschaftler sagten, dass der Verlust von permanentem Meereis in den letzten Sommern bis zu 40 Prozent des zentralen Arktischen Ozeans geöffnet hat. Das Gebiet ist jedoch derzeit noch grösstenteils des Jahres von Eis bedeckt und es gibt noch keine kommerzielle Fischerei. Dies könnte sich aber bald ändern und bei weiterem Eisverlust die industrielle Fischerei rentabel machen.

Die Region des zentralen Arktischen Ozeans rot eingerahmt. (Grafik: WWF)

Das Internationale Abkommen zur Verhinderung der unkontrollierten Hochseefischerei im zentralen Arktischen Ozean ist ein rechtsverbindliches Abkommen. Gemäß dem Abkommen darf derzeit keine kommerzielle Fischerei im zentralen Arktischen Ozean betrieben werden, bis die Parteien ein besseres wissenschaftliches Verständnis über das 2,8 Millionen Quadratkilometer grosse Gebiet und seines Ökosystems haben und Maßnahmen zur Regulierung der kommerziellen Fischerei getroffen wurden.

Das Abkommen gilt für die nächsten 16 Jahre, bis die Parteien ein besseres wissenschaftliches Verständnis des Gebiets und seines Ökosystems haben und Maßnahmen zur Regulierung der kommerziellen Fischerei getroffen sind. Nach Ablauf dieser Frist kann der Vertrag vorbehaltlich der Zustimmung der Vertragsparteien um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Heiner Kubny, PolarJournal

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