Spezial-Atom-U-Boot «Belgorod» auf Probefahrt | Polarjournal
Ende Juni 2021 verliess das Atom-U-Boot «Belgorod» die Sevmash-Werft in Sewerodwinsk und ging auf Probefahrt im Weissen Meer.

Am 25. Juni 2021 stach das U-Boot «Belgorod» von Severodvinsk zum ersten Mal in See. Dies berichtete die Nachrichtenagentur TASS vor einigen Tagen. Mit der «Belgorod» wird Russland mit der Bewaffnung der Unterwasserdrohne «Poseidon» ein neues Zeitalter einläuten. Das U-Boot «Belgorod» wurde auf Basis des unfertigen Atom-U-Boot-Raketenkreuzers des Projekts 949A gebaut und soll der erste Träger des ozeanischen Mehrzwecksystems «Poseidon» werden.

Zwei atomar betriebe U-Boote werden mit «Poseidon» Drohnen bewaffnet sein, die „Belgorod“ und die „Chabarowsk“, die auf der Sewmasch-Werft in Sewerodwinsk gebaut wurden. Im Rahmen des aktuellen Rüstungsprogramms sollen bis 2027 drei weitere Spezial-U-Boote der gleichen Klasse gebaut werden.

Spezial-Atom-U-Boot «Belgorod» des Projekts 09852 bei der ersten Ausfahrt aus Sewerodwinsk zum Meer für eine Werks-Seeerprobungen. (Foto: Andrey Shuvalov)

Tatsächlich ist die Durchführung des neuen Projekts 09852 des Atomraketen-U-Bootes K-329 «Belgorod» eine Neuaflage des modifizierten Projekts 949A. Dieses begann mit dem Bau des U-Bootes auf der Sevmash-Werft offiziell am 24. Juli 1992. Nach der Tragödie des U-Bootes «Kursk» im August 2000 in der Barentssee war geplant, die «Kursk» durch die «Belgorod» zu ersetzen. Der letzte von mehreren Baustopps wurde am 26. Juni 2009 offiziell verkündet. Später wurde jedoch beschlossen, das Atom-U-Boot für andere Zwecke fertigzustellen.

Am 20. Dezember 2012 wurden die Arbeiten als neues Projekt 09852 wieder aufgenommen. Die «Belgorod» erhielt in den letzten Jahren der Fertigstellung große Veränderungen. Der Rumpf wurde durch neue Sektionen um 30 Meter verlängert. Die «Belgorod» ist mit 184 Meter das längste U-Boot der Welt. In den neuen Abteilen können verschiedene Unterwasser-Fahrzeuge untergebracht werden. Die «Belgorod» wurde am 23. April 2019 in einer feierlichen Zeremonie aus der Schiffshalle der Sevmash-Werft geholt und zu Wasser gelassen.

Nachrichtenagenturen berichteten erstmals 2016 über die Existenz von Poseidon als Waffe. Im März 2018 bestätigte Präsident Wladimir Putin die Existenz der kommenden gigantischen Unterwasserdrohne. „Poseidon“ war eine von sechs neuen strategischen Atomwaffen, die der Präsident vorstellte. (Foto: Russisches Verteidigungsministerium)

Das Nuklear-U-Boot «Belgorod» soll nach bestandener staatlicher Erprobung und der Inbetriebnahme im Pazifischen Ozean eingesetzt werden, sagte eine dem Verteidigungsministerium nahestehende Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.

„Nach vorläufigen Informationen wird das U-Boot «Belgorod» nach der Indienststellung im Pazifischen Ozean eingesetzt. Es wäre jedoch in der Lage, Missionen an jedem anderen Ort durchzuführen“, sagte er. Eine andere Quelle gab bekannt, dass das U-Boot zusätzlich zu den „Poseidon“-Atomdrohnen die Tiefsee-Atomstation AS-15 transportieren und aussetzen kann. Gleichzeitig deuten einige Quellen darauf hin, dass die vollständige Indienststellung der «Poseidon» Drohnen auf dem U-Boot möglicherweise erst ab 2027 erfolgen wird.

Heiner Kubny, PolarJournal

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