Eisbären-Attacke in Nunavut | Polarjournal
Die Gemeinde Sanirajak zählt 850 Einwohner und war früher unter dem Namen Hall Beach bekannt. (Foto: Ansgar Walk, CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons)

Ausserhalb der Gemeinde Sanirajak (Nunavut), früher bekannt als Hall Beach, kam es am Dienstag zu einer schweren Attacke eines Eisbären auf drei Menschen, wobei diese nach Angaben der örtlichen Behörde schwer verletzt wurden. Der Angriff geschah ausserhalb der 850 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe einiger Hütten.

Die verletzen Personen, ein Mann und zwei Frauen wurden ins örtliche Gesundheitszentrum gebracht, aber später wegen den schweren Verletzungen in Krankenhäuser ausgeflogen. Der Mann nach Ottawa und die zwei Frauen nach Iqaluit.

RCMP (Royal Canadian Mounted Police) sagte, die drei seien schwer verletzt worden, würden sich aber voraussichtlich erholen.

Die Beamten wurden am Dienstagnachmittag in der Nähe einiger Hütten zur Aufzeichnung des Angriffs entsandt. RCMP sagte, der Eisbär sei am Ort des Angriffs tot aufgefunden und zur Untersuchung auf die Station transportiert worden.

Obwohl Eisbärenangriffe in Nunavut selten sind, gab es in den letzten Jahren Fälle von tödlichen Begegnungen mit Bären.

Im Jahr 2018 wurde der 31-jährige Aaron Gibbons von einem Eisbären außerhalb von Arviat, (Nunavut) getötet, als er seine Kinder beschützte.

Im selben Sommer wurde der 33-jährige Darryl Kaunak außerhalb von Naujaat getötet, als er mit zwei anderen auf der Jagd war.

Die Eisbärenmutter mit ihrem Nachwuchs hat schlechte Karten. Das Meereis ist weg und die Beiden sind an Land ‘gefangen’. Die Nahrungssuche wird zum Überlebenskampf. (Foto: Heiner Kubny)

Eisbären-Angriffe werden weltweit zunehmen

Der Klimawandel und die daraus folgende Eisschmelze in der Arktis werden die Eisbären vermehrt ihre Hauptnahrung, sich auf dem Eis ausruhende Robben, nicht mehr erreichen. Ans Land gebunden sucht der König der Arktis an der Küstenlinie nach angeschwemmter Nahrung. Gelegentlich strandet ein verendeter Wal, oder auch die Eier von Vogelnestern müssen da mal hinhalten.

Dass dies bei weitem nicht reicht, leuchtet ein. Wenn dann ein unter Hungersnot leidender Eisbär auf Menschen trifft kommt es vielfach zu einer Katastrophe. Der darauffolgende Angriff ist in vielen Fällen tödlich, entweder für den Eisbären, oder für den Menschen.

Die Behörden stehen vor einem riesigen Problem. Wie kann man den Menschen vor dem Eisbären schützen. Oder anders rum, wie schützt man den Eisbären vor den Menschen. Wenn man dieses Thema nicht in den Griff bekommt, gibt es nur einen Verlierer – den Eisbären.

Heiner Kubny, PolarJournal

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