Galerist wegen Walross Elfenbein-Handel verurteilt | Polarjournal
Walross-Elfenbein aus der Galerie in Anchorage. Der Besitzer wurde am 11. August 2021 wegen illegalem Handel mit Walross-Elfenbein und Nichtmelden von Einkommen an den IRS verurteilt. (Foto: U.S. Attorney’s Office)

Der Besitzer eines Antiquitätenladens in Anchorage wurde am 11. August zu sechs Monaten Hausarrest und zur Zahlung einer Strafe und Entschädigung von mehr als 400.000 US-Dollar verurteilt. Grund dazu war das illegale Handeln mit Walross-Elfenbein. Zudem kam es auch zu Unregelmässigkeiten mit der Bezahlung von Staatssteuern.

Beamte und Agenten der US-Strafverfolgungsbehörden für Fisch und Wildtiere entfernten am 7. November 2017 Walknochen, Barten, Walross-Elfenbein und andere Gegenstände aus der Gallery in Anchorage. (Foto: Marc Lester)

Der 76-jährige Besitzer der Galerie, kaufte illegal mehr als 50 Walrossstoßzähne, um sie als Inventar für zukünftige illegale Verkäufe aufzubewahren. Er handelte laut einer Pressemitteilung des Justizministeriums regelmäßig mit illegalem Walross-Elfenbein. Bei drei verschiedenen Gelegenheiten verstieß der Galerist wissentlich gegen den Lacey Act, indem er illegal Walross-Elfenbein kaufte und verkaufte.

Das Gesetz des Lacey Act umfasst alle Fische und Wildtiere und deren Teile oder Produkte, Pflanzen, die durch das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) geschützt sind, und solche, die durch staatliches Recht geschützt sind. 

Das Jagen und handeln mit Walross-Elfenbein ist ausschliesslich der indigenen Gemeinschaften im Norden Alaska vorenthalten. Zur Weiterverarbeitung benötigen die Unternehmungen eine von den Behörden erteilte Bewilligung.

Bei diesen rechtswidrigen Verkäufen versuchte der Galerist seine Aktivitäten zu verschleiern, indem er Dokumente fälschte und die Käufer über die Herkunft des Elfenbeins belog. Er behauptete, das Elfenbein sei aufgrund seines Alters legal zu handeln und meinte, dass er legal berechtigt sei Walross-Elfenbein zu kaufen, weil er Alaska-Eingeborene beschäftigte. 

Die Ermittler stellten auch fest, dass von 2013 bis 2017 absichtlich keine individuellen Einkommensteuererklärungen eingereicht wurde.

Pazifische Walrosse auf Eis in der Beringsee. Jäger und Wissenschaftler sagen, dass der Klimawandel dazu führt, dass die Migrationsmuster von Walrossen von historischen Jagdgründen abweichen, da das Meereis, das von den Tieren zum Tauchen und Ausruhen verwendet wird, sich weiter nördlich zurückzieht. Abgelegene Gemeinden am Rande der Beringsee erleben in den letzten Jahren einen starken Rückgang der Walrosse. (Foto: Heiner Kubny)

Laut der Pressemitteilung bekannte sich der Angeklagte schuldig in drei Fällen des illegalen Wildtierhandels gemäß dem Bundesgesetz Lacey Act und einem Fall der Steuerhinterziehung. Das Gericht verurteilte ihn darauf zu einer Geldstrafe von 185.000 US-Dollar, einer Rückerstattung von 216.054 US-Dollar an die Steuerverwaltung und der Veröffentlichung der illegalen Walrossstoßzähne und anderer Meeressäugerteile an die Regierung.

„Die gemeinsame Untersuchung hat alle illegalen Gewinne aus einer unrechten Operation des Handels mit einer der einzigartigen Meeresressourcen Alaskas, dem Nordpazifik-Walross, aufgedeckt und zurückgewonnen“, sagte der amtierende US-Staatsanwalt Bryan Wilson, District of Alaska. „Wie das Urteil heute widerspiegelt, hat unser Büro in Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden sichergestellt, dass der Verurteilte keinen Cent von seinen illegalen Tätigkeiten profitiert. Wir setzen uns für den Schutz der Wildtierressourcen Alaskas ein und verfolgen betrügerische Geschäftsaktivitäten, egal welcher Art.“

Heiner Kubny, PolarJournal

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