Arctic Century Expedition Blog — Tag 26 | Polarjournal

Die «Arctic Century Expedition» ist eine schweizerisch-deutsch-russische Expedition mit dem Ziel, die Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene arktische Ökosysteme zu untersuchen. Das multidisziplinäre Projekt vereint 59 Wissenschaftler aus 17 Nationen und 16 Institutionen an Bord des russischen Forschungseisbrechers «Akademik Tryoshnikov» und während 4 Wochen werden in der russischen Arktis Arbeiten über Land-, Meer- und Gletschersysteme durchgeführt und zahlreiche Daten gesammelt. In einem Blog, der im Original auf der Webseite des Swiss Polar Institutes SPI veröffentlicht wird, informieren die Beteiligten über die Arbeit und das Leben in einer der am wenigsten erforschten Regionen der Arktis. PolarJournal veröffentlicht diesen Blog auf Deutsch in Zusammenarbeit mit dem SPI.

Tag 26 — Arbeiten im Feld auf den hocharktischen Inseln von Sewernaja Zemlja

77.76°N, 98.573°O – Sonnig, -2.1°C, Windgeschwindigkeit 3.1 m/s

Ein Wissenschaftler nimmt Bodenproben auf October Revolution Insel. Foto: 2021 Fabian Fopp, alle Rechte vorbehalten

Nach erfolgreichen Besuchen auf den Vize- und Graham-Bell-Inseln waren die Bodenteams wieder auf dem Archipel Sewernaja Semlja im Einsatz. Zwischen dem 19. und 26. August hatten sie die Gelegenheit, fünf Standorte auf den Inseln Komsomolets, October Revolution und Pioneer zu untersuchen.

Vertikales Bodenprofil auf der Komsomolets Insel. Foto: 2021 Fabian Fopp, alle Rechte vorbehalten

Zusätzlich zu den Erhebungen über die Pflanzenverteilung (beschrieben im Blogbeitrag vom 17. August) untersuchen die Forscher die Böden der hocharktischen Inseln der Kara- und Laptewsee. Dazu wird ein Loch gegraben, um Bodenproben entlang eines vertikalen Profils von der obersten Bodenschicht bis hinunter zum Permafrost zu sammeln. An den bisher besuchten Standorten wurde Permafrost in einer Tiefe von 30 bis 60 cm gefunden. Das Hauptinteresse der Forschung liegt jedoch darin, die Vielfalt und Funktionsweise des Bodenmikrobioms zu verstehen. Dabei geht es um Fragen wie: Wie sind die Mikroorganismen in arktischen Böden entlang eines Breitengradienten verteilt? Was sind die Hauptfaktoren für die mikrobielle Vielfalt? Unterscheidet sich die Vielfalt auf isolierten Inseln von anderen Regionen der Arktis? Mit Hilfe von Kammern werden auch Luftproben über den beprobten Böden entnommen und auf ihre CO2-Konzentration untersucht. Dies wird unser Verständnis der Rolle, die Mikroorganismen im lokalen Kohlenstoffkreislauf spielen, verbessern.

Der Helikopter transportiert Material für die Station am Kap Baranov. Foto: 2021 Fabian Fopp, alle Rechte vorbehalten

Während der Probenahme an fünf Standorten auf Sewernaja Semlja wurden 15 vertikale Profile gegraben und 45 Bodenproben entnommen. Nach der Rückkehr auf die Akademik Tryoshnikov werden diese Proben in den Labors an Bord getrocknet, gesiebt und gefiltert, um das Material für weitere Analysen an Land vorzubereiten. Am Nachmittag des 26. August erreichte die Expedition die Station Kap Baranov. Sie beherbergt ein breites Team russischer Wissenschaftler und Stationsbetreiber, darunter Ingenieure, Techniker, Köche und einen Arzt. Sie ist eine von nur zwei ständigen Forschungseinrichtungen auf Sewernaja Semlja. Während der Sommersaison beschäftigt die Station 30 Mitarbeiter, während der Wintersaison sind es nur noch 20. Die Station Kap Baranow wurde von der Akademik Tryoshnikov mit reichlich Lebensmitteln, Ausrüstung und Treibstoff beliefert. Die Entladung und der Transport der Ladung zur Station dauerten 36 Stunden und endeten am Abend des 28. August.

Text: © Swiss Polar Institute, CC BY 4.0

Link zum Swiss Polar Institute: https://swisspolar.ch  

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