Indien möchten sich an Arctic LNG 2 beteiligen | Polarjournal
Ein Anteilsverkauf wäre für Novatek eine positive Nachricht im Hinblick auf die Entwicklung einer langfristigen Zusammenarbeit mit indischen Käufern, sagten Analysten der Moskauer Sinara Financial Group. (Foto: Novatek)

Indiens Minister für Öl und Erdgas, Hardeep Singh Puri, erörterte während seines Besuchs am «Eastern Economic Forums» in Wladiwostok Anfang September die Möglichkeit von LNG-Käufen aus Russland zusammen mit dem Erwerb einer Beteiligung am Novateks Arctic LNG 2 – Projekt. Zurzeit befindet sich die Anlage Arctic LNG 2 auf der russischen Halbinsel Gydan im Bau und soll 2023 in der ersten Etappe in Produktion gehen und 2025 seine volle Kapazität von 19,8 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen.

Puri leitete letzte Woche die indische Energiedelegation beim «Eastern Economic Forum» in Wladiwostok und traf sich mit einer Reihe russischer Öl- und Gasmanager, darunter Novateks CEO Leonid Mikhelson.

Indiens führende Energieunternehmen Petronet LNG Ltd. und ONGC Videsh Ltd. möchten mit der Beteiligung die Versorgung Indiens mit sauberer Energie sicherzustellen.

Der indische Minister für Erdöl und Erdgas Herped Singh Puri am bilateralen Treffen mit Leonid Mikhelson, CEO von Novatek. (Foto: United News of India)

„Alles liegt auf dem Tisch“, antwortete Puri auf die Frage gegenüber Journalisten, ob über den Kauf von Gas oder auch der Einstieg in das Aktienkapital von Arctic LNG 2 diskutiert wurde, ohne weitere Details zu nennen. 

Puri meinte gegenüber Interfax, dass das Konsortium von ONGC und Petronet LNG Gespräche mit Novatek geführt hätten und das Angebot zum Kauf der Aktien „erst vor kurzem“ eingegangen sei.

Ein Vertreter der indischen Delegation, der an den Verhandlungen beteiligt war und anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber Reportern, dass sie über den Kauf einer 9,9-Prozent-Beteiligung an Arctic LNG 2 von Novatek diskutiert hätten, jedoch sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

„Der Verkauf einer Beteiligung von 9,9 Prozent zu einem angemessenen Preis wäre eine positive Nachricht für Novatek im Hinblick auf die Entwicklung einer langfristigen Zusammenarbeit mit indischen Käufern“, meinten Analysten der Moskauer Sinara Financial Group in einer Mitteilung vom 7. September.

Das noch im Bau befindende Fördergebiet Arctic LNG 2 soll 2023 in der ersten Etappe in Produktion gehen und ab 2025 seine volle Kapazität von 19,8 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen. (Foto: Novatek)

Im März 2019 erwarb die Total Group nach Abschluss der Transaktion eine 10-prozentige Beteiligung an Arctic LNG 2 und die gemeinsame Kontrolle über das Unternehmen für einen Gesamtbetrag von 161,8 Milliarden RUB (2,5 Milliarden US-Dollar).

„Im Falle eines Deals behält Novatek seine 50,1 Prozent Beteiligung an Arctic LNG 2 wie jetzt an Yamal LNG und sollte angesichts der sehr soliden aktuellen Gasnotierungen auf den internationalen Märkten und der Tatsache, dass das LNG-2-Konsortium bereits im ersten Halbjahr 2019 gegründet wurde, bevor die endgültige Investitionsentscheidung für das Projekt getroffen wurde“, sagten die Sinara-Analys.

Das Fördergebiet Arctic LNG 2 liegt auf der Ostseite des Golfs von Ob. (Grafik: Heiner Kubny/Google)

Frühere Versuche scheiterten

Anfangs erwartete Novatek, dass europäische, russische und asiatische Kreditgeber jeweils ein Drittel der Finanzierung übernehmen würden, hatte jedoch Probleme Kredite für die Anlage von europäischen Kreditgebern zu erhalten, sagte Mikhelson.

„Wir haben einige Partner“, sagte Mikhelson am «Eastern Economic Forum» in Wladiwostok gegenüber Journalisten, „aber wir sehen keine Unterstützung von ihren Regierungen“.

Indische staatliche Unternehmen haben nach Angaben des Ölministeriums bereits etwa 16 Milliarden US-Dollar in russische Öl- und Gasprojekte wie «Sachalin-1», «Vankor» und «Taas-Yuryakh» investiert. 

Vor einem Jahrzehnt erwogen ONGC Videsh, Petronet LNG und GAIL India Ltd., 20% des ersten Flüssigerdgas-Projekts von Novatek zu kaufen, aber der Deal kam nicht zustande.

Heiner Kubny, PolarJournal

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