RRS James Clark Ross in die Ukraine verkauft | Polarjournal
Der britische Forschungs-Eisbrecher RRS «James Clark Ross» in der Northern Marguerite Bay vor Adelaide Island. (Foto: BAS)

Wie das British Antarctic Survey mitteilte, wurde nach 30 Jahren Dienst der britische Forschungseisbrecher RRS «James Clark Ross» an das ukrainische National Antarctic Scientific Center verkauft.

Dies ist das zweite Mal, dass ein britischer Forschungsgegenstand an ukrainische Forscherkollegen übertragen wurde. Die erste Übergabe war 1996 die ehemaligen Faraday-Station, die heute als Akademik Vernadsky Station bekannt ist.

Über dem Flaggschiff der ukrainischen Forschungsflotte – dem ehemaligen britischen Eisbrecher RRS «James Clark Ross» – ist eine blau-gelbe Flagge gehisst! Dieses bemerkenswerte Ereignis fand am 30. August 2021, im Hafen von Frederikshavn (Dänemark), wo sich das Schiff derzeit befindet, statt. (Foto: UAC)

In den letzten drei Jahrzehnten hat der Eisbrecher RRS «James Clark Ross» seine Rolle als weltweit führende Forschungsplattform für biologische, ozeanographische und geophysikalische Forschung erfüllt. Das Schiff beherbergt einige der modernsten Einrichtungen Großbritanniens für die ozeanographische Forschung sowohl in der Antarktis als auch in der Arktis.

Die RRS «James Clark Ross» wurde von der britischen Werft Swan Hunter Shipbuilders in Wallsend gebaut. Der Stapellauf fand im Dezember 1990 und die Fertigstellung am 28. September 1991 statt. Das nach dem englischen Entdecker und Seefahrer James Clark Ross benannte Schiff war das erste für den Einsatz in der Polarforschung gebaute Forschungsschiff des BAS.

Der Rumpf des Schiffes ist eisverstärkt (Eisklasse 1A Super). Es kann mit konstanten zwei Knoten durch ein Meter dickes Meereis fahren. Um die Passage durch schweres Packeis zu unterstützen, rollt ein Druckluftsystem das Schiff von einer Seite zur anderen und befreit die Passage.

Das eisfähige Schiff ist eine neue Bereicherung für die Ukraine und eröffnet ihrem National Antarctic Scientific Centre neue Forschungsmöglichkeiten, insbesondere die Erforschung der Ozeane und des Klimawandels in den Polarregionen. Der Kauf des Schiffes erfolgt vor der COP26-Konferenz im November, auf der Vertreter aller Unterzeichnerstaaten des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) zusammenkommen, um über Maßnahmen zum Klimawandel zu diskutieren.

Direktorin der BAS-Professorin Dame Jane Francis. 2017 wurde sie in Anerkennung ihrer Verdienste um die britische Polarwissenschaft und Diplomatie zur Dame Commander of the Most Distinguished Order of Saint Michael and Saint George (DCMG) ernannt. 2018 wurde sie Kanzlerin der University of Leeds. (Foto: BAS)

Die Direktorin der British Antarctic Survey, Professorin Dame Jane Francis sagte: „Die RRS «James Clark Ross» wird von allen, die mit ihr gefahren sind, sehr bewundert. Sie hat es Wissenschaftlern aus Großbritannien und Übersee ermöglicht, Entdeckungen zu machen, die dazu beitragen, unsere sich verändernde Welt zu verstehen. Wir werden sie sehr vermissen, aber ich freue mich, dass unsere Forschungskollegen sie für wichtige wissenschaftliche Untersuchungen nutzen werden. Wir wünschen ihnen alles Gute.“

Am 8. August 2019 wurde Evgen Dykyi zum Direktor des National Antarctic Scientific Center gewählt. (Foto: UAC)

Der Direktor des Nationalen Antarktiszentrums der Ukraine, Dr. Evgen Dykyi, sagte: „Für die Ukraine eröffnet der Kauf des RRS «James Clark Ross» eine Welt voller Möglichkeiten. Seit 20 Jahren verfügt die Ukraine über kein Schiff für die Antarktisforschung, was unsere Arbeit dort erheblich behindert. Auch für uns hat der Eisbrecher «James Clark Ross» einen symbolischen Wert, denn er brachte 1996 die erste ukrainische Mission zur ehemaligen britischen Station «Faraday», der heuteigen «Akademik Vernadsky»-Station. Mit diesem Schiff hat die Ukraine Ambitionen auf groß angelegte Forschungen im Südpolarmeer und startet möglicherweise später auch Untersuchungen in der Arktis.“

Quelle: British Antarctic Survey

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