Antriebsmotor des Eisbrechers «Arktika» ersetzt | Polarjournal
Der Eisbrecher «Arktika» ist nach der Reparatur in Kronstadt am 12. September wieder in St. Petersburg eingetroffen. (Foto: Anton Haas, St. Petersburg)

Wie die Werft «Kronstadt Marine Plan» mitteilte, kam die «Arktika», das Leitschiff der neuen Baureihe 22220, am 11. August zur Reparatur nach Kronstadt. Der Austausch des rechten Propellermotors dauerte einen Monat. „Diese Arbeiten konnten nur im Dock und nicht im offenen Wasser erfolgen“, erklärte Gleb Chubinsky-Nadezhdin, ein Vertreter der «Kronstadt Marine Plant». Dem Eisbrecher wurde das Veleshinsky-Dock zugeteilt, das grösste der Werft. Der Motor selbst ist 300 Tonnen schwer und dementsprechend auch grossvolumig. In den Rumpf des Eisbrechers wurde ein Loch entsprechender Größe geschnitten, der ausgefallene Antriebsmotor herausgenommen und ein neuer eingebaut.

Der Eisbrecher «Arktika» im Trockendock der Werft in Kronstadt. Mit einer Länge von 173 Meter und einer Breite von 34 Meter musste zur Reparatur zuerst ein passendes Trockendock gefunden werden. Die 3 Vierblatt-Propeller haben einen Durchmesser von 6,2 Meter. (Foto: paluba.media)

Während der Probefahrten in der Ostsee am 4. Februar 2020 verursachte ein Kurzschluss schwere Schäden an der Wicklung eines der drei Elektromotoren an Bord des Eisbrechers «Arktika». Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass der Motor nicht repariert werden kann, sondern ersetzt werden muss. Die Probefahrt wurden danach mit nur zwei funktionierenden Motoren fortgesetzt.

Mit reduziertem Antrieb ging die «Arktika» am 22. September 2020 dennoch auf seine Jungfernfahrt. Bevor das Schiff in der Heimatbasis Murmansk eintraf durchquerte die «Arktika» den Franz-Josef-Archipel um seine Eistauglichkeit zu testen und erreichte am 3. Oktober den Nordpol. Am 12. Oktober traf die «Arktika» in ihrem Heimathafen Murmansk ein.

Zum Austausch des rechten Antriebsmotor musste der Rumpf der «Arktika» geöffnet werden. Dies war nur im Trockendock möglich, da der Antrieb unter der Wasserlinie liegt. (Foto: Mediadeck)

Aufwendige Reparaturarbeiten

Am 9. Juli 2021 kehrte der Eisbrecher «Arktika» aus Murmansk zur Reparatur nach St. Petersburg zurück. Auf der «Baltic Shipyard» wurden einige Gewährleistungs- und Unterhaltsarbeiten durchgeführt. So wurde ein Transformator, der ebenfalls plötzlich ausfiel, ersetzt. Am 11. August verliess die «Arktika» St. Petersburg und steuerte Kronstadt an.

Der Austausch des 300 Tonnen schweren Antriebmotor war ein Kraftakt der besonderen Art. Dabei musste der Rumpf des Schiffes geöffnet werden, damit der defekte Motor entfernt und durch den neuen Antriebsmotor ersetzt werden konnte.

Die Arbeiten in Kronstadt dauerten einen Monat. Am 12. September verließ der Eisbrecher, begleitet von 5 Schleppern, das Veleshinsky-Dock. Aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen dauerte die Überfahrt von Kronstadt nach St. Petersburg etwa 9 Stunden. Gegen Mitternacht wurde die «Arktika» am Liegeplatz der «Baltic Shipyard» festgemacht. 

In St. Petersburg sind noch weiter Eisbrecher der Baureihe 22220 kurz vor der Fertigstellung. Die «Sibir», im Bild hinten, soll demnächst in Dienst gestellt werden, während das Schiff «Ural» zu einem späteren Zeitpunkt zur Eisbrecher Flotte stossen wird. In der Mitte des Bildes sieht man die bereits im Einsatz stehende «Arktika». (Foto: Anton Hass, 27.09.2020)

Vier weitere Eisbrecher dieser Baureihe werden auf der «Baltic Shipyard» gebaut. Die «Sibir» soll Ende 2021 in Dienst gestellt werden. Danach folgen die Eisbrecher «Ural», «Jakutien» und «Tschukotka».

Heiner Kubny, PolarJournal

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