Flugverkehr in die Antarktis | Polarjournal
Das Flugzeug, das die Mission durchführte, war die A340-300 von Hi Fly mit der Registrierung 9H-SOL. (Foto: Sybren Meijntz)

Am 2. und 4. November 2021 führte ein Airbus A340-300 von Kapstadt aus zwei Flüge in die Antarktis durch. Während Details über die Mission nicht bekannt sind, wird angenommen, dass das Flugzeug eingeflogen wurde, um mehr Treibstoff und Vorräte direkt zu den Forschungslagern auf dem südlichen Kontinent zu bringen.

Das Flugzeug führte zwei Flüge in die Antarktis durch. (Foto: FlightRadar24.com)

Laut dem Flugüberwachungsdienst RadarBox.com verließ die als 9H-SOL registrierte Hi Fly A340-300 am 30. Oktober ihre Heimatbasis im portugiesischen Beja. Dieses viermotorige Flugzeug, welches für den Langstreckenbetrieb konzipiert ist, erreichte Kapstadt in einem 10-stündigen Flug um 22:25 Uhr.

Am 31. Oktober und 1. November blieb das Flugzeug in Kapstadt. Es wird davon ausgegangen, dass der A340 auf einer Nachschubmission in die Antarktis war.

Wie das Britische Flug-Portal Simple Flying berichtet sind Flugdaten in Verbindung mit der Antarktis selten und meist ungenau. Sicher ist jedoch, dass das Flugzeug zwei Flüge auf den weissen Kontinent unternahm, den ersten am 2. November und eine weitere am 4. November.

Die Gulfstream G550 wird für den Transport von Gästen zum Luxuscamp von White Desert verwendet. In der Zukunft wird dies nicht mehr die einzige Art sein. (Foto: White Desert)

Nowolasarewskaja-Station oder White Desert

Im Queen-Maud-Land an der antarktischen Küste liegt die russische Nowolasarewskaja-Station und unweit davon entfernt das Luxus-Touristen-Camp der Firma White Desert.

Kürzlich hatte die Fliegerplattform Simple Flying die Gelegenheit, mit Patrick Woodhead, CEO von White Desert, über die Zukunft seines Unternehmens in der Antarktis zu sprechen. Dieses Unternehmen verwendet für den Transport ihrer Gäste eine Gulfstream G550. Während des Interviews stellte Woodhead fest, dass ein Airbus A340 ein Teil seines Antarktis-Operationsplans sein würde und meinte:

„Für 2021 wollen wir ein Großraumflugzeug – einen Airbus A340 – hinzufügen, der Fracht und Wissenschaftler zu ihren Forschungsstationen transportieren wird“, erklärte er gegenüber Simple Flying. „Die gemeinsame Nutzung unseres Flugzeugs mit Wissenschaftlern und Besuchern trägt dazu bei, Wissenschaftler effizienter zu ihren Forschungsstandorten zu bringen und so die Umweltbelastung zu reduzieren.“

Recherchen von PolarJournal mit einer direkten Nachfrage bei White Desert ergaben, dass die Firma tatsächlich die Maschine für logistische Zwecke ab Kapstadt verwendet hat. Dies bestätigte Inhaberin Robyn Woodhead in einer Nachricht an PolarJournal.

Eine russische Ilyuschin-IL76 beim Landeanflug in der Antarktis. Wenn es nach den Plänen von Patrick Woodhead geht, dürfte dies schon bald der Vergangenheit angehören. (Foto: ALE)

Auf der anderen Seite wurden Transporte zur russischen Nowolasarewskaja-Station meist mit russischen Il-76 durchgeführt. Diese Maschinen sind aber in der Zwischenzeit in die Jahre gekommen und klimatechnisch auch nicht mehr zeitgemäss.

In den letzten Jahren wurden vermehrt Versorgungsflüge mit moderneren Geräten durchgeführt. Verschiedentlich kamen Flugzeuge von Icelandair zum Einsatz, zuletzt Anfang 2021 zur Rückführung des Personals von der norwegischen «Troll Research Station».

Mit der Schweizer Fluggesellschaft «Privat Air» flog am 28. November 2012 erstmals eine private Gesellschaft mit einer Boeing B-737 in die Antarktis und bediente die norwegische «Troll Research Station».

Seit längerem besteht auch eine regelmässige Flugverbindung zum Wilkins-Aerodrome nahe der australischen Casey-Station mit einer A-319, die von der Firma Skytraders betrieben wird. Für Frachtflüge werden andererseits eine C130-Hercules Maschine der australischen Luftwaffe verwendet.

Neben der Versorgung durch Frachtschiffe werden die amerikanische McMurdo-Station und gleich daneben die neuseeländische Scott-Base mit modernen Flugzeugen versorgt. Diese Flüge gehen in der Regel von Christchurch in Neuseeland aus. Auch die Amundsen-Scott-Base am Südpol ist fast ausschliesslich auf Fluggeräte angewiesen.

Heiner Kubny, PolarJournal

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