Inuit Circumpolar Council erhält Beraterstatus der IMO | Polarjournal
Der Inuit Circumpolar Council (ICC) ist eine Organisation Indigener Völker, die 1977 gegründet wurde, um die Einheit von 180.000 Inuit aus Alaska (USA), Kanada, Grönland und Tschukotka (Russland) zu fördern und zu feiern. Der ICC setzt sich für die Rechte der Inuit, den Schutz der arktischen Umwelt und den Schutz und die Förderung der Lebensweise der Inuit ein. Im Hinblick auf den Klimawandel hält es der ICC für entscheidend, dass die Staats- und Regierungschefs der Welt die Menschenrechte der Inuit und aller anderen indigenen Völker auf der ganzen Welt anerkennen, respektieren und vollständig umsetzen. Bild: ICC Canada via Facebook

Auf der 34. außerordentlichen Sitzung des Rates der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) am 8. November erhielt der Inuit Circumpolar Council (ICC) als erste indigene Organisation den vorläufigen Beraterstatus der IMO.

«Dies ist eine bedeutende Errungenschaft für den ICC, insbesondere in Anbetracht unserer Beziehung zu den Küstenmeeren und dem Arktischen Ozean, auf die die Inuit-Gemeinschaften in ganz Inuit Nunaat angewiesen sind. Unsere Meeresumwelt ist von den Entscheidungen, Richtlinien und Maßnahmen der IMO betroffen. Dieser Status ist für uns von entscheidender Bedeutung. Der ICC wird ihn nutzen, um uns zu vertreten und unseren Status, unsere Rechte und unsere Rolle unabhängig von denjenigen voranzubringen, deren Interessen nicht immer mit unseren Perspektiven als indigene Völker übereinstimmen», erklärte Dalee Sambo Dorough, Vorsitzende des Inuit Circumpolar Council.

Angesichts der zunehmenden Schifffahrt in der Arktis müssen die Inuit auf den höchsten Ebenen der Entscheidungsfindung vertreten sein, um unsere Meeresumwelt zu schützen. Der Ozean verbindet uns, anstatt uns zu trennen. Die Ozeane sind für viele Menschen auf der ganzen Welt eine Quelle des Lebens, aber für die Inuit als maritimes Volk sind das Meereis und der Ozean von zentraler Bedeutung für unsere Kultur. Der arktische Ozean und das Eis verbinden die Inuit mit allen anderen Teilen der Welt.

Der vorläufige Status bedeutet, dass Inuit Circumpolar Council der IMO nach zwei Jahren einen Bericht vorlegen wird, in dem unsere Beiträge zur IMO und das, was wir Inuit aus unseren vier Mitgliedsländern in dieses wichtige internationale Schifffahrtsgremium einbringen, dargestellt werden.

Ein zentrales Anliegen des ICC ist das Verbot von Schweröl in der Arktis, das die meisten Frachtschiffe und einige Passagierschiffe nutzen. Einerseits soll mit dem Verbot die Gefahr einer potentiellen Havarie gebannt und andererseits die Verschmutzung durch Abgase reduziert werden. Ein entsprechendes Verbot (mit Ausnahmen) gilt ab Juli 2024. Foto: Julia Hager

Lisa Koperqualuk, ICC Canada Vice President International, erklärte in Glasgow: «Während wir auf der COP26 hart daran arbeiten, unsere Stimmen zum Klimawandel und seinen Auswirkungen in Inuit Nunaat – unserer Heimat in der zirkumpolaren Region – zu erheben, bin ich all jenen dankbar, die diese Bemühungen in den letzten fünf Jahren unterstützt haben. Die arktische Schifffahrt ist eine wichtige Infrastruktur für die Inuit. Wir sind auf die arktische Flotte angewiesen, um die Versorgung sicherzustellen, und sie ist auch ein wesentlicher Bestandteil unserer Wirtschaft in verschiedenen Teilen der Arktis. Die arktische Meeresumwelt und unsere kulturelle Verbindung mit ihr sowie die Ernährungssicherheit, die sie bietet, sind für unsere Gemeinschaften von größter Bedeutung. Diese Entscheidung spiegelt eine Anerkennung unseres angeborenen Rechts auf Selbstbestimmung wider. Der ICC wird sich dafür einsetzen, dass die Schifffahrtsindustrie in der Arktis sicher und nachhaltig ist.»

Dieser Sieg der Inuit wird sicherstellen, dass die Inuit bei der zunehmenden Schifffahrt in unseren arktischen Gewässern eine eigene Stimme haben werden. Die Mitglieder der Gemeinschaft werden zu Themen gehört, die von der Bedeutung der arktischen Schifffahrt bis hin zu den Bedenken reichen, die wir in Bezug auf unsere Meeresumwelt durch mögliche Leckagen, Unterwasserlärm, schwarzen Kohlenstoff, sichere Schifffahrtskorridore, Abwassereinleitungen, invasive Arten und eine Vielzahl anderer Themen haben.

Da fast 90 % der gehandelten Güter auf dem Seeweg transportiert werden, müssen die Inuit einen Sitz an diesem internationalen Tisch haben, an dem Fragen diskutiert werden, die sich auf die Arktis und ihre Küstenmeere auswirken, und an dem zahlreiche Belange der Meerespolitik diskutiert werden.

Das ist ein Sieg.

Pressemitteilung des Inuit Circumpolar Council

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