Schweizer Band geht auf virtuelle Antarktisexpedition | Polarjournal
Die aus Luzern stammende Band «Hanreti» will mit ihrem neuesten Song und ihrem bald erscheinenden Album die Fans mit auf eine Antarktisexpedition nehmen und stellen sich so als Expeditionsteam vor. V.i.n.r.: Lukas Weber, Jeremy Sigrist, Mario Hänni, Timo Keller, Rees Coray. Bild: Christian Felber

Die Antarktis begeistert seit Jahrhunderten den Menschen. Nicht nur die Entdecker und Wissenschaftler oder Touristen, sondern auch Künstler aus allen Bereichen haben sich vom weissen Kontinent inspirieren lassen. Seit neuestem kann sich auch die Schweizer Indie-Rockband «Hanreti» auf die Liste der Künstler setzen lassen, die von der Muse «Antarktis» geküsst worden ist.

Das neue Album, das fünfte der Band, will den Hörer mit auf eine Antarktisexpedition nehmen und deren Geschichte erzählen. Das ist die Idee der fünfköpfigen Band «Hanreti» und dem Kopf der Band, Timo Keller. Mit der ersten Single «Fade away», die eben erschienen ist, soll es nach Angaben der Band auf ihrer Facebookseite, erst mal um Pinguinbakterien und einen Forscher gehen. Wer weiter in die Geschichte der Antarktisexpedition eintauchen will, kann dies ab dem Frühjahr 2022, wenn das Konzeptalbum bei Orange Peel Records erscheinen wird.

Die antarktische Landschaft fasziniert und inspiriert schon seit ewigen Zeiten. Auch Forscher wie Sir Ernest Shackleton (hier dessen Expeditionslager) konnten sich nicht dem Zauber entziehen. Auf ihren Expeditionen entstanden auch immer wieder Zeichnungen oder Fotografien, die heute Eingang in die Kunstwelt gefunden haben. Bild: Michael Wenger

«Auf der anderen Seite stellt die Antarktis das letzte Nichts, den letzten weissen Fleck dar.»

Tim Keller, Sänger von „Hanreti“

Die Band «Hanreti» ist bekannt dafür, sich nicht in eine Schublade drängen zu lassen. Seit 2015 haben die fünf Musiker Timo Keller, Jeremy Sigrist, Marion Hänni, Rees Coray und Lukas Weber die verschiedensten Musikstile wie Funk, Rock, Sould, Hip Hop oder auch Indie miteinander verwoben und ihren eigenen, unverwechselbaren Stil kreiert. Auch für «Fade away» werden wieder neue Seiten aufgeschlagen. Der Song und das dazugehörende Album bedienen sich in der psychedelischen Seite der Rockmusik, erklärt die Band in der Pressemitteilung. Doch warum eine Antarktisexpedition? «Das Bild der Polarforscher:in steht für die Überheblichkeit des Menschen, in die letzte Lücke des Unerforschten einzudringen und die Absurdität, alles beherrschen zu wollen» erklärt Sänger Timo Keller. «Auf der anderen Seite stellt die Antarktis das letzte Nichts, den letzten weissen Fleck dar.»

Das Live-Musikvideo für die Single «Fade away» wurde im «Südpol», einem Kulturhaus und -betrieb in Luzern, gedreht. Im Hintergrund wird eine virtuelle antarktische Landschaft eingeblendet, in die die Musiker und die Zuhörer eintauchen können. Video: Hanreti

Das Album ist jedoch nicht einfach ein Musikalbum, sondern es steckt ein ganzes Konzept dahinter, welches auf die Antarktis ausgerichtet ist. So wurde das Video zur Single «Fade away» im Kulturbetrieb «Südpol» in Luzern gedreht und die Musiker spielen ihr Stück während im Hintergrund die Antarktis virtuell eingeblendet wird. Neben dem Musikalbum soll auch ein Albumfilm das Konzept ergänzen. «Ich wollte mit diesem Album horizontalere Arrangements ausprobieren und habe mich früh von Bildern von der Antarktis inspirieren lassen», meint Timo Keller.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Musiker von der Antarktis inspirieren lassen. Schon mehrfach waren Künstler wie Joss Stone, Lorde oder Metallica extra in die Weiten des Südpolarmeeres, auf subantarktische Inseln oder nach Antarktika selbst gereist, um sich ein Bild dieser letzten weissen Wildnis zu machen und sich auch inspirieren zu lassen. Die Luzerner sind also in einer illustren Gesellschaft und es zeigt, dass Antarktika einfach fasziniert, egal ob real oder virtuell.

Dr. Michael Wenger, PolarJournal

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