Rosatom plant weitere Eisbrecher | Polarjournal
Bei Baltic Shipyard, in St. Petersburg, werden die fünf Eisbrecher des Projects 2220 gebaut. Dies dürfte jedoch noch nicht reichen. Experten fordern noch weitere zwei Schiffe dieser Klasse. (Foto: Anton Haas St. Petersburg)

Um eine regelmäßige ganzjährige Schifffahrt entlang der Nordseeroute zu gewährleisten, ist es notwendig, zwei weitere Eisbrecher der Klasse LK-60 (Project 2220) zu bauen. Dies erwähnte Vyacheslav Ruksha, Leiter der Nordseeroutendirektion von Rosatom während des XI. Internationalen Forums „Arktis – Gegenwart und Zukunft“ in St. Petersburg. Er stellte auch fest, dass der staatliche Konzern Rosatom bereit sei, auf Basis langfristiger Verträge mit Kunden in den Bau von Eisbrechern auf Flüssigerdgas (LNG)-Basis zu investieren. Dies berichtete ein PortNews-Korrespondent aus St. Petersburg.

Vyacheslav Ruksha ist seit 2018 stellvertretender Direktor von Rosatom und Direktor der Rosatom-Direktion für den Nördlichen Seeweg. (Foto: Rosatom)

„Ohne den zusätzlichen Bau von zwei Eisbrechern des Projekts 22220 werden die bis 2030 vorgesehenen Aufgaben meiner Meinung nach nicht zu realisieren sein“, sagte Ruksha.


„Das bedeutet, dass wir die Zeit der Ganzjahresnavigation einschränken müssen. Wir werden sie bedingt von derzeit acht Monaten auf neun, vielleicht zehn ausweiten, aber eine stabile Ganzjahresnavigation wird so nicht funktionieren“, erklärte er weiter.

Der Rosatom-Sprecher stellte auch fest, dass die Arktisroute mit guten kommerziellen Geschwindigkeiten befahren werden sollte. Die Überwindung von zwei Meter Eis mit einer Geschwindigkeit von 10-12 Knoten sollte durch den Bau eines Eisbrechers mit einer Leistung von 120 MW (163.000 PS) gesichert werden. Der Bau des ersten derartigen Eisbrechers (Project 10510) mit dem Namen „Lider“ soll 2027 abgeschlossen sein.

Der zurzeit führende universelle nuklearbetriebene Eisbrecher des Projekts 22220 Arktika hat nach einer Reparatur und dem Abschluss der Seeversuche am 1. Dezember 2021 die Reede des Hafens von St. Petersburg verlassen und ist unterwegs zur Nordostpassage. Jetzt werden in den Produktionsstätten der Baltic Shipyard vier weitere Schiffe der Linie Project 22220 gebaut – das sind die Eisbrecher Sibir, welcher bereits Testfahrten unternimmt, sowie Ural, Yakutia und Chukotka.

Der sich im Bau befindliche Eisbrecher des Projekts 10510 mit dem Namen «Lider» wird mit 163.000 PS bis zu 4,3 Meter dickes Eis durchbrechen. (Foto: Rosatom)

Noch stärkerer Eisbrecher

Das neue Eisbrecher-Projekt 10510 mit der Bezeichnung Lider ist ein großer Technologiesprung gegenüber der aktuellen «Arktika»-Flotte. Während die Arktika und ihre Schwesternschiffe in der Lage sind, drei Meter dickes Eis zu brechen, können die neuen Leader-Eisbrecher einen 4,3 Meter dicken Eisschild durchbrechen und acht Monate auf See bleiben, ohne in einen Hafen einzulaufen. Die neuen Eisbrecher werden mit einem 120-MWatt-Triebwerk (163.000 PS) doppelt so viel Leistung bringen wie die 60-MWatt-Leistung der Arktika.

Auch die Dimensionen der neuen Lider-Eisbrecher sind beeindruckend. Das Schiff wird über 200 Meter lang sein – etwas weniger als zwei Fußballfelder und rund 40 Meter hoch, was einem 13-stöckigen Wohnhaus entspricht.

Heiner Kubny, PolarJournal

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