Der japanische Eisbrecher «Shirase» erreicht die Showa-Station | Polarjournal
Der Eisbrecher «Shirase» ist vor der Küste von East Ongul Island in der Antarktis eingetroffen. (Foto: Institute of Polar Research)

Der japanische Eisbrecher «Shirase» hat Japans antarktische Forschungseinrichtung, die Showa-Station erreicht.

Die Mitglieder des 63. Forschungsexpeditionsteams konnten mit dem Schiff etwa 350 Meter vor der Küste festmachen, nachdem es wegen dichtem Packeis nicht weiter ging. Die «Shirase» verliess am 10. November Yokosuka in der Präfektur Kanagawa und bei einem Zwischenhalt in Australien wurde Nachschub geladen. Auf seiner Fahrt zur Showa-Station wurden noch ozeanographische Beobachtungen durchgeführt.

Insgesamt war die «Shirase» 40 Tage unterwegs, um die Showa-Station zu erreichen.

Die Freude war gross, als der Eisbrecher vor der Station auftauchte, dementsprechend wurde er auch begrüsst. Etwa 20 Mitglieder des Stations-Teams winkten dem Schiff von der Spitze eines riesigen Felsblocks zu, als es auftauchte.

Die japanische Polarforschung hat lange Tradition. Die ersten Gebäude wurden bereits 1957 errichtet und der Komplex zählt heute über 60 kleinere und grössere Gebäude. (Foto: Institute of Polar Research)

Gleich nach der Ankunft begannen die Arbeiten zum Transport von Gütern und Treibstoffen vom Schiff zur Station. Die Transporte mit Schneefahrzeugen und der Kraftstofftransport mit Schläuchen über das Eis dürfte einige Tage beanspruchen.

Auch die Arbeiten zur Einrichtung von Außenanlagen und Beobachtungen laufen auf Hochtouren.

„Das Jahr verging wie im Fluge“, sagte der 25-jährige Haruki Sugiyama von der Universität Hokkaido, ein Mitglied des 62. Teams.

„Ich möchte sicherstellen, dass ich einen ordnungsgemäßen Übergabeprozess durchführe und noch ausstehende Aufgaben erledige“, fügte er hinzu, während er auf das orangefarbene Schiff blickte.

Es ist ziemlich anstrengend den Schlauch vom Schiff zur Kraftstoffversorgung der Station zu schleppen, damit die Tanks befüllt werden können. (Foto: Institute of Polar Research)

Die Bedingungen, um die Showa-Station zu erreichen, waren in diesem Jahr wesentlich schwieriger. Das Schiff musste 610 Rammvorgänge durchführen, um sehr dickes Eis zu brechen auf dem Weg in die Antarktis, gegenüber 391 im Vorjahr.

Die «Shirase» soll im März nächsten Jahres nach Japan zurückkehren und das 62. Team und einige Mitglieder des 63. Teams wieder nach Hause bringen.

Traumhaft schön – die Showa-Station im Winter. (Foto: Artstation)

Die Showa-Station ist eine japanische permanente Forschungsstation auf der Ost-Ongul-Insel im Queen-Maud-Land. Die 1957 erbaute Showa-Station ist nach der Ära im japanischen Kalender benannt, in der sie gegründet wurde, der Shōwa-Zeit.

Die Station dient als Forschungsaußenposten für Astronomie, Meteorologie, Biologie und Geowissenschaft. Der Komplex umfasst über 60 separate große und kleine Gebäude, darunter ein 3-stöckiges Verwaltungsgebäude, Wohnräume, Kraftwerk, Kläranlage, ein umweltwissenschaftliches Gebäude, Observatorium, Rechencenter, Satellitengebäude, Ionosphären-Station, Verbrennungsanlage, geowissenschaftliches Gebäude und eine Radiostation. Ebenfalls vorhanden sind Kraftstofftanks, Wasserspeicher, Sonnenkollektoren, ein Hubschrauberlandeplatz, ein Staudamm und ein Funksender.

Als historisches Monument dient ein Steinhaufen und eine Gedenktafel an der Station. Es erinnert an Shin Fukushima, ein Mitglied der 4. Japanischen Antarktisexpedition. Der Steinhaufen, der einen Teil seiner Asche enthält, wurde am 11. Januar 1961 von seinen Kollegen aufgestellt. 

Website: Showa-Station / Japanische Polarforschung

Heiner Kubny, PolarJournal

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