Auf der abgelegenen Horseshoe Island auf der Antarktischen Halbinsel steht die ehemalige britische Forschungsstation Base Y. Die 1950 gegründete Station Y wurde von 1955 bis 1960 fünf Jahre lang von britischen Wissenschaftlern genutzt und ist jetzt als Museum für Touristen und Wissenschaftler geöffnet worden. Die Basis Y wird trotz ihrer entfernten Lage abseits der wichtigsten Reiserouten jedes Jahr von Hunderten von Touristen besucht.
Ein Teil der Bestrebungen zu Errichtung der Base Y waren die wissenschaftlichen Aktivitäten Großbritanniens im Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957-58 zu verstärken, wobei in dieser Zeit eine Reihe von Stützpunkten eröffnet wurden. Dazu gehörte Anvers Island (Base N), ebenfalls in Marguerite Bay, der im selben Jahr eröffnet wurde. Horseshoe Island (Base Y) wurde hauptsächlich für Geologie und Vermessung verwendet und lieferte meteorologische Beobachtungen, die eine Kette von Messstationen verbanden. Zu dieser Zeit wurden umfangreiche Vermessungsfahrten über Hunderte von Kilometern mit Hundegespannen und Schlitten unternommen.
Die kombinierte Vermessungsaufgabe von Horseshoe Island und Detaille Island (Base W) bestand darin, ein Bodenkontrollnetz für die Luftaufnahmen einzurichten, die von der Falkland Islands Dependencies Aerial Survey Expedition (FIDASE) 1955-57 durchgeführt wurden.
Im Jahr 1969 wurde die Base Y letztmals renoviert und im März 1995 von der British Antarctic Surey (BAS) aufgeräumt, sowie als historische Stätte Nr. 63 gemäß dem Antarktisvertrag am 19. Mai 1995 eingetragen.
Weitere Erhaltungsarbeiten am Gebäude wurden im März 1997 durchgeführt. Im Januar 2007 wurde die verlassene Station von einem Denkmalschutzarchitekten auf BAS inspiziert. Base Y wird seit Oktober 2014 von Antarctic Heritage Trust Foundation (UKAHT) im Rahmen einer Absichtserklärung mit BAS verwaltet.
Die Forschungsstation umfasst eine Schlittenwerkstatt, einen Funkraum, einen Schlafsaal, eine Küche, ein Arbeitszimmer, eine Krankenstation und einen Generatorraum, die alle Einblicke in das spartanische, ländliche Leben der frühen Antarktiswissenschaftler bieten.
Es dürfen nur eine begrenzte Anzahl Personen gleichzeitig die Basis besuchen und nichts im Gebäude darf bewegt oder berührt werden. Im Haupteingang befindet sich ein Gästebuch und Besucher können sich da eintragen, oder eine Widmung hinterlassen.
Heiner Kubny, PolarJournal